Buch 
Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
Entstehung
Seite
219
JPEG-Download
 

8 . 311 .

Die Vorboten der neuen Zeit.

219

er nach Spanien zurück und überbrachte nach einer gefahrvollen überfakrt demerstaunten Europa die Kunde von der fernen Wunderwelt, die infolge oes ur-sprünglichen Irrtums den Namen Westindien erhielt. Aufseinen drei weite-ren Reisen entdeckte Kolumbus noch einige Inseln (Jamaika, Portorico u. a.)und endlich auch die Nordostküste von Südamerika nicht weit von der Mündungdes Orinoko. Doch trägt der neue Erdteil feinen Namen nicht von dem Ent-decker, sondern von dem ersten Beschreibe^ dem Florentiner Amerigo Vespucci.Columbus teilte mit vielen großen Männern das Los, daß ihm nicht vergönnttvar, die Früchte seiner That zu genießen. Die aus Hispaniola zurückgelasseneKolonie war durch Streitigkeiten unter sich und mit den Eingebornen in Ver-wirrung geraten. Als nun Columbus zur Herstellung der Ordnung die zügel-losesten Ruhestörer strafte und andere nach Europa zurückschickte, klagten ihndiese am spanischen Hofe an und stellten seine Verwaltung im schwärzestenLichte dar. König Ferdinand schickte hierauf einen engherzigen Beamten Fran-cisco de Bobadilla zur Untersuchung ab, welcher sein Werk damit begann, daßer Columbus seiner Statthalterwürde entsetzte und in Ketten nach Spanienbringen ließ. Hier wurden zwar seine Fesseln gelöst, aber an Erfüllung desabgeschlossenen Vertrags wurde nicht gedacht. Ein neuer Befehlshaber O v and onahm seine Stelle ein. Von Hispaniola (oder Sän Dommao) fern gehalten,unternahm Columbus eine vierte Entdeckungsfahrt, in der Absicht, in Mittel-amerika eine westliche Durchfahrt zu finden. Dieses Unternehmen fiel aberunglücklich aus; krank und erschöpft kehrte er nach Spanien zurück, und daum dieselbe Zeit seine Gönnerin Jsabella starb, so waren seine letzten Lebens-jahre trübe und freudenleer. Seiner Ämter und Würden beraubt, starb Ko-lumbus bald nach seiner Rückkehr im 59. Lebensjahr in Valladolid, von wosein Leichnam später nach Cuba gebracht wurde. Die Ketten, mit denen ergefesselt nach Spanien geführt worden, gab ihm sein Sohn Diego ins GrabMit. Erst die Nachwelt erkannte die wahre Größe des Mannes, der nicht bloßdurch seine Verdienste, sondern auch durch seine königliche Natur so mächtigunter seinen Zeitgenossen emporragte.

tz. 311. Durch Columbus war ein neuer Heldengeist geweckt worden; alleMutvollen, mit der See vertrauten Männer zogen aus Entdeckungen aus. WerMollte da müßig sein, wo für Geld-, Ruhm- und Ehrbegierde ein so weitesFeld offen stand? Der abgehärtete, unternehmende Balboa, eine der hervor-ragendsten Erscheinungen m dieser kühnenWeltmeer-Ritterschaft", überstiegunter unglaublichen Beschwerden die gebirgige Landenge von Panama undentdeckte den stillen Ozean. Der Portugiese Magellan (Magelhaens) fuhrdurch die nach ihm benannte Straße in das stille Weltmeer, erreichte nachden furchtbarsten Hungerleiden die ostindischen Inseln und machte somit dieerste Reise um die Welt. Beide starben eines gewaltsamen Todes, jenerdurch seinen neidischen Nachsolger, dieser durch die wilden Bewohner auf denPhilippinen im tapferen Kampfe. Selbst das ferne Land Labrador im eisigenNorden war von den Italienern Cabot, Vater und Sohn, entdeckt worden;Und allmählich belebte sich auch die Südsee, welche dem Magelhaens noch alseure Einöde erschien, mrt neu entdeckten Inseln, die aber freilich aus Mangelgenauer astronomischer Ortsbestimmungenwie schlecht gewurzelt" auf denKarten hin und her schwankten. Die merkwürdigste Begebenheit jedoch wardre Entdeckung und Eroberung von Mexiko durch Ferdinand Cortez. DennPer hatte man es nicht mit Wilden zu thun, sondern mit einem Volke, das inStädten wohnte, Künste und Gewerbe trieb, sich in baumwollene Stoffe klei-dete und in einer geordneten Staatsverfassung mit einem König, einem reichenAdel und einem mächtigen Priesterstand lebte. Mit 700 kühnen Spaniern,

ISO»»

»802

ISO«.

»80«.

»8IL.

I81S

»82L

»82».

1821.