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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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263
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8- 372.

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Der dreißigjährige Krieg.

Erzbischof Gebhard von Köln zur reformierten Kirche übertrat, teils aus iss».Neigung zur protestantischen Lehre, teils um sich mit der schönen Gräfin vonMansfeld zu vermählen, und in vielen Orten des Erzstifts den neuen Glau-ben einführte, wurde er vom Papste seiner Würde entsetzt und mußte, von demReichstag geächtet und von den Lutheranern preisgegeben, seine Tage in derVerbannung schließen; in Steyermark, Kärnthen und Krain versagte derbon Jesuiten erzogene und geleitete Erzherzog Ferdinand den zahlreichenProtestanten die bisher genossene Religionsfreiheit, ließ evangelische Kirchenund Schulhäuser niederreißen, die Bibeln verbrennen, und trieb alle, welche "98.den Besuch der Messe weigerten, unbarmherzig aus dem Lande; die größten-teils evangelische Reichsstadt Donauwörth wurde wegen Störung einerProzession mit der Acht belegt, von dem unduldsamen Herzog Maxi- i«»?.Milian I. von Bayern eingenommen und ihres protestantischen Gottesdienstesberaubt. Umsonst führten die evangelischen Stände Klage; der schwache,gleichgültige Kaiser gewährte keine Abhilfe. Deshalb schlössen auf Betreibendes Kurfürsten von der Pfalz eine Anzahl evangelischer Fürsten undReichsstädte die protestantische Union zu gegenseitigem Beistand Wider An-Misse und Gewalt. Diesem Bund trat bald die katholische Liga entgegen, die isos.Maximilian von Bayern mit den geistlichen Kurfürsten (von Mainz, Trier,

Köln) und einigen Bischöfen (Würzburg, Regensburg, Augsburg u. a.) ab-schloß. So wurde Deutschland von neuem gespalten; die Liga verband sichNlit Spanien, die Union versicherte sich des Beistandes Heinrichs IV. vonFrankreich und der Holländer. Der Tod des kinderlosen Herzogs von Eleveund Berg, der einen Erbsolgestreit zwischen dem zur katholischen Kirche über-getretenen Pfalzgrafen von Neuburg und dem evangelischen Kurfürstenvon Brandenburg herbeiführte, gab die erste Gelegenheit zur feindlichen . ^Begegnung der beiden Religionsteile. Nach einem langen verheerenden KriegEntschloß man sich zu einer Teilung, wodurch Eleve dem Kurfürsten vonX^"-cL?»Brandenburg zufiel, welcher, um des Schutzes der Holländer teilhaftig zuwerden, der calvinischen Lehre beigetreten war. Berg aber mit Düsseldorf

§. 372. Rudolfs Unfähigkeit und Sorglosigkeit drohte das HabsburgerHerrscherhaus um alles Ansehen zu bringen. Daher zwangen die Verwandtenöen Kaiser, Österreich und Ungarn an seinen Bruder Matthias abzutreten.

Die Böhmen, denen Rudolf sehr gewogen war und deren Hauptstadt Prag^ zu seiner Residenz erkoren, hielt er durch Erteilung des Majestätsbricfs,den Utraquisten und Lutheranern Religionsfreiheit, Gleichstellung mit den "gg.Katholiken und eigene Beschützer (Defensoren) gewährte, noch einige Zeit inöer Treue. Zuletzt aber mußte er auch dieses Königreich mit den umliegenden "ee.Landschaften an Matthias abtreten, so daß er nur noch die machtlose Kaiser-krone besaß. als der Tod seinem unrühmlichen Leben ein Ziel setzte. — Matthias Matthias^wte jedoch eben so wenig Kraft und Herrschertalcnt, wie Rudolf, und da er rsis.wt und kinderlos war, bestimmte er seinen Vetter Ferdinand von KärnthenZum Nachfolger in Österreich, Ungarn und Böhmen. Die Erhebung diesessfkeng katholischen Fürsten erfüllte die Protestanten in Böhmen (UtraquistenMd Lutheraner) mit Besorgnis für ihre Religionsfreiheit. Diese BesorgnisMchs, als bei dem Bau zweier protestantischen Kirchen auf dem Gebiete des^ Braun au und des Klosters Grab (bei Teplitz) der Ausspruch ge-iHah. daß aus geistlichem Gute keine evangelische Kirche errichtet werden dürfte,und infolge dieses Verbots die eine Kirche geschlossen, die andere niedergerissenDie Defensoren, die darin eine Verletzung des Majestätsbriefs«-misten, hielten eine Zusammenkunft und entwarfen eine Vorstellung an den