H. 415. 416.417.
Der spanische Erbsolgekrieg.
293
II. April171S.
7. MSrz171».Sept.
1714.
des lo-Sept.
' 171».
nner-
Unterschleifs angeklagt wurde, war die Einleitung zum Utrcchter Frieden.
In diesem wurden Spanien und die amerikanischen Besitzungen dem bour-l>»irischen König Philipp V. belassen mit der Bedingung, daß die spanische undfranzösische Krone nie vereinigt werden dürften; England erhielt von Frank-reich Neu-Schottland und andere Besitzungen in Nordamerika, von Spaniendie wichtige Festung Gibraltar nebst einigen Handelsvorteilen; der Herzogvon Savoyen bekam die Insel Sardinien nebst der Königswürde. — DerKaiser und das deutsche Reich traten dem Utrechter Frieden nicht bei und setztenden Kampf noch einige Zeit fort. Aber bald überzeugte sich Karl, daß er aufdie Dauer dem Kriege allein nicht gewachsen sei, und gab daher seine Einwil-ligung zu dem Rastattcr Frieden, dem dann auch das deutsche Reich zu Badenim Aärgau beitrat. Darin erhielt Österreich die spanischen Niederlandeund in Italien Mailand, Neapel mit Sicilien; die Kurfürsten vonBayern und Köln wurden in ihre Länder wieder eingesetzt und PreußensKönigstitel allgemein anerkannt.
8- 415. Frankreich. Im folgenden Jahr starb Ludwig XIVLebens überdrüssig und von harten Schicksalsschlägen niedergebeugt, k.halb zwei Jahren hatte er seinen Sohn, seinen Enkel, dessen geistreiche Ge-mahlin und seinen ältesten Urenkel verloren, so daß sein jüngster Urenkel, einfünfjähriges Kind, als Ludwig XV. auf den Thron kam. Während dessen LudwigMinderjährigkeit führte der Herzog Philipp von Orleans die Regent- i7is-schaft. Dieser, wie sein früherer Lehrer, Kardinal Dubois, den er zum Orlla-i»Minister erhob, waren geistreiche und talentvolle, aber höchst sittenlose Männer, A-g-ntwelche Religion und Tugend verachteten, durch ihr ausschweifendes, wol- 172 s.lüstiges Leben Sitte und Anstand verletzten und die Einkünfte des Staats ver-schwendeten. Die von dem Schotten John Law errichtete Zettelbank, dienicht nur hohe Prozente verhieß, sondern auch großen Gewinn in Amerika inAussicht stellte, erzeugte in ganz Frankreich einen unbegreiflichen Schwindel-geist, den der gewissenlose Regent und seine Genossen auszubeuten verstanden.
Fast alles geprägte Geld floß'in die Bank, die der Regent zur „königlichen"erklärte, und wurde gegen Papiergeld ausgetauscht; mit unerhörtem Leichtsinnfertigte man eine zahllose Menge von Scheinen an, bis sich zuletzt ein Bank-bruch herausstellte, der viele Tausende um Hab und Gut brachte, indes diehabsüchtigen Großen sich dabei bereichert hatten.
8- 416. Spanien. Der spanische König Philipp V. war eindMvv.schwacher, von Weibern beherrschter Fürst, der zuletzt ganz in Schwermut ver- 17 ,«.siel und die Regierung seiner ehrgeizigen zweiten Gemahlin Elisabeth vonParma und dem ränkevollen Italiener Alberoni überließ. Durch Krieg undKabalen brachten diese beiden es dahin, daß Elisabeths ältester Sohn Karldas Königreich Neapel und Sicilien, ihr zweiter Sohn Philipp das Her-zogtum Parma mit Piacenza und Guastalla erhielt. So bekamen diese beidenStaaten bourbonische Herrscher. Als Philipp V. kummervoll ins Grabsank, folgte ihm sein Sohn Ferdinand VI., auf den des Vaters Gemütskrank- SEn-ndheit übergegangen, so daß er zuletzt in unheilbare Schwermut verfiel und nur 1 ^ 4 «-bei Harfenspiel und Gesang, wie weiland König Saul, Erleichterung fand,daher der Sänger Farinelli großen Einfluß bei Hofe gewann.
. §.417. England. In England erlangte unter den Königen des Hau-
>Ls Hannover '(§. 399), Georg I., II. und III., die freie Verfassung desLandcs solche Festigkeit, daß die persönlichen Eigenschaften der Könige geringen > 127 .Einfluß auf den Gang der Begebenheiten übten. Die dem Parlamente ver- 1727 -witwortliche Regierung hatte vorzugsweise die Wohlfahrt des Reichs und die g"'ii.^röße der Nation im Auge, und wenn auch die beiden ersten Könige sich noch s >8-«-
1720.