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322 Zeitalter der Revolutionen und Restaurationen. H. 457. 458.
bund anschließen wollten. Um nämlich die Übermacht der Briten zu be-schränken, die während des Kriegs den freien Seehandel störten, durch ihreKaper alle Meere beherrschten und die Schiffe aller Völker durch lästiges Unter-suchen nach verbotenen Waren (Kontrebande) behelligten, schloß Katharina II.mit mehreren Seestaaten einen Vertrag, wodurch dem Grundsatz: „NeutralesSchiff! Neutrales Gut!" Geltung verschafft und der Handel der neutralenStaaten an der Küste und in den Häfen der kriegführenden Mächte gestattetsein sollte. Diesem Neutralitätsbund traten allmählich bei: Rußland, Däne-mark, Schweden, Preußen, Österreich, Neapel und Portugal; aber Holland,dessen Anschluß seiner Lage und Seemacht wegen besonders wichtig gewesenwäre, zögerte so lange, brs England von dem Vorhaben Kunde erhielt undsich beeilte, den Holländern, well sie die schuldige Waffenhilfe versagt und mitAmerika wegen eines Handelsvertrags Unterhandlungen angeknüpft, den Kriegzu erklären, ehe diese ihre Beitrittserklärung nach Petersburg gelangen lastenkonnten. Dadurch schied Holland aus der Zahl der neutralen Mächte undkonnte folglich dem Bunde nicht mehr beitreten.
ß. 487. Nie war Englands Seeherrschaft mehr bedroht als jetzt. Aberwas zum Verderben des stolzen Jnselvolks ersonnen war, diente teilweise zuseiner Verherrlichung. Holland, wo der Erbstatthalter Wilhelm V. und fernehemaliger Vormund und steter Ratgeber Ernst von Braunschweig ganz aufSeiten der Engländer waren, indes die Aristokraten aus Handelsinteressenmit Frankreich in Verbindung standen, wurde durch diesen Krieg in seinenKolonieen, in seinem Handel und in seiner Schiffahrt beeinträchtigt; die fran-zösisch-spanische Flotte wurde von dem englischen Admiral Rodnev wiederholtgeschlagen; und Katharina von Rußland gab den Neutralitätsound wiederauf, was dessen Auflösung zur Folge hatte. Nur in Amerika war das Kriegs-glück den Engländern entgegen. Der wackere General Cornwallis wurde vondem französisch-amerikanischen Heere bei Jorktown eingeschlossen, so daß ersich mit seiner ganzen Mannschaft ergeben mußte. Dagegen endigte die Be-lagerung von Gibraltar, aus welche die Blicke von ganz Europa gerichtetwaren, mit einer Niederlage der Feinde Englands und bedeckte den Komman-danten Elliot und seine meist hannöverschen Truppen mit ewigem Ruhme.
Die feste Stadt Gibraltar, die im spanischen Erbfolgekrieg in den Besitz derEngländer gekommen, wurde schon lange durch französische und spanische Truppenvon der Landseite blockiert und sollte nun auch von der Seeseite mittelst „schwim-mender Batterieen" belagert werden. Diese von dem französischen Ingenieurd'Aryon gemachte Erfindung bestand darin, daß eine Anzahl entmasteter Schiffemit einem elastischen schrägen Dache von nassen Häuten bedeckt wurde, mittelstwelcher man sich der Festung ohne Gefahr nähern zu können hoffte. Aber diese mitden ungeheuersten Kosten ausgeführte Unternehmung erwies sich bald als nichtig.Die schwimmenden Batterieen mit ihren Dächern von Häuten wurden durch glühendeKugeln in Brand gesetzt und zerstört und dadurch der ganze Plan vereitelt. Gibral-tar blieb im Besitze der Engländer.
8- 458. Mittlerweile waren die bisherigen Oppositionsglieder Fox,Burke, Sheridan ins Ministerium getreten. Diese waren einem friedlichenÜbereinkommen mit Amerika auf tue Bedingung der Unabhängigkeit der„Vereinigten Staaten" mehr geneigt als ihre Vorgänger. Bald nach derBelagerung von Gibraltar wurden daher Unterhandlungen eingeleitet, die dannim Januar des folgenden Jahres den Frieden von Versailles herbeiführten.In diesem wurde dre Unabhängigkeit der nordamerikanischen Frei-staaten anerkannt und die gegenseitigen Ansprüche der übrigen kriegführendenMächte durch Abtretung oder Rückgabe der eroberten Städte und Inseln aus-