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Die Teilungen Polens und die Türkenkriege.
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schaft mit Polen vor, um so mehr als man in der jungen Verfassung eine Nach-ahmung der neufranzösischen Ideen und Staatsformen erblickte. Doch ver-zweifelten die Polen nicht an ihrer gerechten Sache. Thaddäus Kosciuszko,ein tapferer Kriegsheld, der in Amerika unter Washington für die Sache derMeiheit gefochten, trat an die Spitze der Patrioten und widerstand bei Du- n JEbienka der russischen Übermacht. Allein Parteiung, Zwietracht, Verrat undPlanlosigkeit hemmten jede Unternehmung und lahmten die Kräfte. DerKönig, bisher ein begeisterter Anhänger der neuen Verfassung, verfiel bald inseine alte Unschlüssigkeit und Zaghaftigkeit und ließ sich durch einen drohendenBrief der Kaiserin so einschüchtern, daß er dem Targowiczer Bund beitratund alle weiteren Feindseligkeiten gegen die Russen untersagte. Knirschendlegten die tapfern Kämpfer das Schwert nieder und verließen die Heimat, umdem Hohn der Gegner zu entgehen. Der „immerwährende Rat" und die alteWahlverfassung wurden wieder hergestellt. — Aber eine neue Gewaltthatfolgte dem Sieg. Im April erklärten Preußen und Rußland, daß man sichgenötigt sehe, Polen in engere Grenzen einzuschließen, um den Freiheits-schwindel, der von Frankreich aus in die Republik gedrungen, zu ersticken unddie Nachbarstaaten vor jeder Ansteckung des demokratischen Jakobinismus zubewahren. Umsonst widersetzte sich der in Grodno versammelte Reichstag demNeuen Teilungsvertrag. Als russische Truppen das Sitzungshaus umstelltenund die kühnsten Sprecher gewaltsam wegführten, verstummte allmählich jeder irsz.Widerspruch. Mit „zustimmendem Schweigen" fügten sich die Landboten in denWillen der Großmächte. So erfolgte die zweite Teilung Polens, wodurch Ruß-land die wichtigsten Landschaften im Osten (Litthauen, Klein-Polen, Volhynicn,Podolien, Ukrame) erwarb, Preußen in den Besitz von Groß-Polen nebst D an-?ig und Thorn kam. Der Republik Polen verblieb kaum mehr ein Drittelihres ehemaligen Gebiets.
ß. 470. Russische und preußische Truppen hielten das geteilte Land be-setzt und in Warschau gebot, Katharinas Gesandter, der barsche, brutaleJgelström, mit Trotz und Übermut. Da erwachte noch einmal der polnischeNationalgeist. Es bildete sich eine geheime, über das ganze Land verzweigteVerschwörung. Kosciuszko und die ausgewanderten Patrioten kehrten zu-rück und stellten sich an die Spitze der Bewegung, deren Mittelpunkt Krakauwar. Von hier aus erließ Kosciuszko, zum unumschränkten Befehlshaber derNationalmacht ernannt, einen Aufruf an das Volk, worin er die Wiederher-stellung der Freiheit und Unabhängigkeit des Landes, dieWiedereroberung derentrissenen Landschaften und die Einführung der konstitutionellen Verfassungals Ziel des Kampfes darstellte. Bald verbreitete sich der Aufstand nach derHauptstadt. Am Gründonnerstag wurde die russische Besatzung in Warschauangegriffen und teils niedergemacht, teils gefangen. Jgelströms Palast gingju Flammen auf; vier der vornehmsten Anhänger Rußlands starben amAalgen. Dem Beispiele der Hauptstadt folgte das ganze Land; der Königbilligte die Erhebung der mißhandelten Nation; alles versprach einen gutenErfolg. Die Preußen, welche in die Nähe von Warschau gerückt waren,wurden von den tapfern Generalen Kosciuszko, Dombrowski und JosephPoniatowski (des Königs Neffen) zu einem übereilten und verlustvollen Rück-zug genötigt. Aber das Waffenglück der Polen mehrte die Rachsucht der Feinde,rsw Einverständnis mit Österreich und Preußen schickte Katharina ihrenfurchtbarsten Feldherrn Suwarow nach Polen. Kosciuszko mußte der über-legenen Macht seines kühnen Gegners weichen. Nach einem unglücklichendessen stürzte er mit dem Ausrufe: „Polens Ende!" verwundet vom Pferde ^.O«.und ward als Gefangener fortgeführt. Am 4. November wurde die Vorstadt4-raga von Suwarow erstürmt; 12000 Wehrlose wurden teils erschlagen,