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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Die französische Revolution (Nationalkonvmt).

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tapfern Truppen gegen die Vendäe zog, erlag das unglückliche Volk allmählichden Streichen seiner Gegner, nachdem das Land zur Wüste geworden und Tau-sende der Bewohner den vaterländischen Boden mit ihrem Blute getränkt. Be-Achigt wurde jedoch die Vendöe erst, als der tapfere aber menschenfreundlicheHache an die Spitze des Heeres trat und den Gemäßigten, die des Kampfes müdewaren, Frieden bot, oie Widerstrebenden aber zur Unterwerfung brachte.Stafflet und Charette wurden zu Kriegsgefangenen gemacht und erschossen.

8.490. Sturz der Dantonisten. Die'Wut und Grausamkeit der Jako-mner empörte zuletzt die Häupter der Cordeliers, Danton und CamilleDesmoulins. Der erstere, mehr genußsüchtig als leidenschaftlich und gemüt-licher Regungen fähig, war des Mordens müde und begab sich auf einige Mo-nate aufs Land, um mit einer jungen Gattin das Glück und den Reichtum zuTmießen, die ihm die Revolution verschafft; Camille Desmoulins aberwendete in seinem vielgelesenen Blatte:der alte Cordelier", die Stellen,worin der römische Geschichtschreiber Tacitus die Tyrannei und Grausamkeit.ksNes Tiberius und Nero schildert, so treffend auf feine Zeit an, daß die Be-gehungen aus die drei Häupter des Wohlfahrtsausschusses und ihre Gesetzedie Verdächtigen mcht zu verkennen waren. Dies setzte die Jakobiner mWut, und da um' dieselbe Zeit mehrere Freunde und Anhänger Dantons(Fahre d'Eglantine, Chabot u. a.) sich bei Aufhebung der ostindischenKom-panie Betrügerei und Bestechlichkeit zu schulden kommen ließen, und anderedurch ihr kirchenschänderisches Treiben Anstoß gaben, so benutzte der Wohl-fahrtsausschuß die Gelegenheit, um Dantons ganze Partei zu verderben. Seit-dem nämlich der Konvent den Kalender und die Benennung der Monate ge-Pldert, den Anfang des Jahres auf den 22. September verlegt, Sonn- undFeiertage abgeschafft und dasür die Dekaden und Sansculottenfeste ein-äeführt hatte, gaben mehrere Dantonisten, wie Hebert, Chaumette, Mo-Aoro, Cloots u. a., in ihrer Wut gegen Christentum und Priesterschaft vielÄrgernis. Sie entweihten und plünderten die Kirchen, trieben mit den Meß-gewändern und kirchlichen Gerätschaften, die sie in gotteslästerlichen AuszügenPUch die Straßen führten, ihren Spott, rasten mit vandalischer Wut gegen alleDenkmale des Christentums und setzten endlich imKonvent den Beschluß durch,uaß an die Stelle des katholischen Gottesdienstes der Kultus der Vernunft

eurer vermessenen, zuchtlosen Geistesfreiheit.' An diesem Treiben nahm Robespurre, der sich mit dem Rufe der Tugend brüstete, weil er die Ausschweifungund Habsucht Dantons und seiner Genossen nicht teilte, Anstoß. Er beschloß,zu verderben und Desmoulins und Danton, vor deren größerer Natur feinLener, von Neid, Herrschsucht und Ehrgeiz erfirllter Geist zurückstand, in ihren?*urz zu verwickeln. Kaum hatte daher Danton feinen Sitz im Konvent wie-Eingenommen, als St. Just mit einem merkwürdigen Antrag, worin erFeinde der Republik in drei Klaffen teilte, in Korrupte, llltrarevolu-ronäre und Gemäßigte, und auf ihre Bestrafung drang, den qewaltiqenAwpf begann. Dieser Antrag hatte zur Folge, daß schon am 24. März neun-U.u Ultrarevolutronäre, darunter Cloots, Hebert, Momoro, Ronsin und^-Glieder des Gemeinderats, zur Guillotine geführt wurden. Am 31. März<x5..en die Korrupten vor das Revolutionstribunal gestellt und Danton,^,AUle Desmoulins, Herault de Sechelles u. a. boshaft als ihre TeilnehmervAM"et und in ihren Prozeß verflochten. Aber Danton und DesmoulinsmUsglen mit Ungestüm und unterstützt von einer tobenden, ihnen ergebenenltsrnasse, daß die Ankläger ihnen gegenüber gestellt würden. Drei Tage

Februm

1794 .

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