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Die französische Revolution (Direktorialregierung).
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Urkunde ein Drittel der Räte ausschied und durch neue Wahlen ergänzt wurde,gelang es den Royalisten, welche den Klub von Clichh gegründet hatten, fastlauter Leute ihrer Ansicht in die gesetzgebende Versammlung zu bringen. Unterihnen befand sich Pichegru, der schon früher als Oberfeldherr der Rheinarmeewit den Emigranten in Verbindung gestanden und jetzt als Präsident desRats der fünfhundert die Zurückführung des Königtums zu bewirkensuchte. Dies machte die Republikaner im Direktorium und in den gesetzgeben-den Kammern besorgt. Sie suchten daher Hilfe bei Bonaparte m Italien.Dieser schickte eine Abteilung seines Heers unter dem klugen Bernadotte unddem Haudegen Au g er e au nach Paris, angeblich um die eroberten Fahnen zuüberbringen, in der That aber, um den Direktoren gegen die Royalisten zuRenen. Am 18. Fructidor umstellte Augereau mit seinen Truppen die Tuile-Aeen und ließ die realistischen Deputierten verhaften, worauf 11 Glieder desRats der Alten, 42 der Fünfhundert (darunter Pichegru) und zwei Direktorenzur Deportation verdammt wurden. Die realistischen Wahlen wurden als-dann für ungültig erklärt, die heimgekehrten Emigranten von neuem verwiesenund viele Zeitungen unterdrückt. Aber dennoch fehlte der DirektorialregierungAnsehen und Zutrauen. Handel, Gewerbfleiß und Ackerbau stockten und dieStaatskasse war in einem zerrütteten Zustande. Im Anfange der Revolutionhatte nämlich die Regierung Papiergeld anfertigen lassen, zu dessen Sicher-heit und Garantie sie die eingezogenen Kirchen- und Emigrantengüter be-stürmte. Die ausgegebenen Geldscheine führten den Namen Assignaten.Acangel an Vertrauen in den Bestand der revolutionären RegierunabewirkteMd, daß das Papiergeld im Wert sank, zumal als die zunehmende Masse derAssignaten die Verwertung immer unwahrscheinlicher machte. Während derSchreckenszeit wagte man nicht, die durch ein Gesetz befohlene Annahme zuverweigern: die Assignaten hatten also einen Zwangskurs. Als aber nachRobespierres Sturz der Terrorismus nachließ, sank das Papiergeld täglich?^hr im Wert, und wie sehr auch die Direktorialregierung sich Mühe gab,?Ach Einlösung der alten Assignaten und Verausgabung neuer Anweisungent-Nandate, Inskriptionen) das Vertrauen des Volks wieder zu heben, dieNeuen Scheine waren bald eben so wertlos wie die alten. Die Verluste warenünermeßlich; das Vermögen war von den Reichen und Bevorzugten zu denüntern Ständen gewandert. Zur Bestreitung der Kriegskosten und andererAusgaben übte die Direktorialregierung in den eroberten Ländern die drückend-en Erpressungen aus.
^ 8- 497. Die Republikaner in Italien. Umgestaltung der Schweiz.Atalixn und die Schweiz fühlten vorzugsweise den Übermut und die Raub-
sucht der Direktorialregierung. Im Winter 1797 entstanden m Rom undandern Orten des Kirchenstaats republikanische Bewegungen, herbeigeführt?.urch französische Einwirkung. Bei der Unterdrückung derselben durch papst-üche Truppen kam der in Rom anwesende General Duphot ums Leben. DiesZ?b der französischen Regierung Gelegenheit, Berthrer Mit emem Heer in5mn einrücken zu lassen. Auf dem römischen Forum wurde em FreihertsbaumAchtet; dem Papst ward die weltliche Gewalt entzogen und einer republi-jLUrschen Regierung, bestehend aus Konsuln, Senatoren und Tribunen,^ertragen. Dann legten die Franzosen der Stadt schwere Kriegssteuern und
Rnäle ergingen ickwere Verfolgungen. Auch Genua und Lucca erwemndemokratische Verfassungen und büßten ihre Schätze ein. Du merkwürdigsten
Weber.». Weltgeschichte.