4 . Dez.1808.
2«, Jebr.1809.
28. Juli1809.
Januarbis Mai
1811.
22. JuliI8IL.
372 Zeitalter der Revolutionen und Restaurationen. 8- 518.
Treffen geschlagen, so daß der Kaiser schon nach vier Wochen in Madrid ein-ziehen und seinem Bruder Joseph den Thron zurückgeben konnte. Indes Napo-leon in der Hauptstadt neue Einrichtungen traf, die Spanier durch Milde undDrohungen zur Anerkennung Josephs zu bewegen suchte und über einige derSchuldigsten strenges Strafgericht hielt, bestanden seine Feldherren blutigKämpfe gegen Bandenführer und englische Heere. Saragossa wurde nachder verzweifeltsten Gegenwehr („das Mädchen von Saragossa") eingenommenund der kühne Verteidiger der Stadt, Palafox, nach Frankreich geführt; dertapfere General Moore wurde bei der Einschiffung seiner Truppen in Co-runna getötet, und wenngleich Wellington in der Schlacht bei Tala-vera im Vorteil blieb, so beschränkten sich doch die englischen Heere eine zeit-lang auf Verteidigung Portugals. Auch Sevilla und ganz Andalusien undGranada gerieten in die Hände der Franzosen. Und dennoch hielt sich Spanienaufrecht. Die Nationalregierung verlegte ihren Sitz nach Cadix, dasallen Stürmen Trotz bot, und der spanische Feldherr LaRomana, welcherauf die Kunde von der Erhebung seines Vaterlandes mit seinen Truppen aufenglischen Schiffen von Dänemark in die Heimat entwichen war, brachte inden kleinen.Scharenkrieg Plan und Ordnung. — Als im Jahre 1809 der neueKrieg mit Österreich (Z. 820) den Kaiser aus Spanien abrief, ließ er eine zahl-reiche, größtenteils aus Deutschen bestehende Armee zurück. Diese wurde nachBeendigung jenes Kriegs auf beinahe 300000 Mann vermehrt, welche unterden erfahrensten Feldherren (Soult, Massen«, Suchet, Ney, St. Cyr, >Marmont, Macdonald u. a.) die Halbinsel nach allen Richtungen durch-zogen und den Ruhm der französischen Waffen erhöhten. Aber die Siege mehr-ten nur den Franzosenhaß; der kleine Krieg gestaltete sich unter verwegenenFührern (Ballesteros, Empecinado, Morillo, Ödonnel, Mina, Moreno) im-mer blutiger, und gegen Meuchelmord, zu dem Wut und Fanatismus denrachsüchtigen Spanier antrieb, schützte keine Tapferkeit. Die größten Helden-thaten, die Napoleons Krieger unter der Glut der spanischen Sonne bald aufdem Schlachtfelde, bald auf mühsamen Märschen durch Gebirge und Schluch- >ten, bald bei Belagerungen und Erstürmungen (Valencia, Gerona) vollbrach-ten, führten nicht zum ruhigen Besitz des Landes. Der kühne Feldzug Mas-senas nach Portugal, um die Engländer aus der Halbinsel zu verdrängenund den Insurgenten ihre Hauptstütze zu entziehen, wurde durch den umsich-tigen Wellington vereitelt, der auf der Höhe von TorresVedrasam rech-ten Ufer des Tajo unüberwindliche Verschanzungen und Festungswerke errichtethatte, vor denen alle Angriffe der Franzosen scheiterten. Massena mußte mitseinen erschöpften Truppen den Rückzug antreten. Auf die Kunde von diesenMißerfolgen rief der Kaiser den hochverdienten Veteranen in zorniger Ungnadevon dem Kommando ab und übertrug den Oberbefehl über sämtliche Streit-kräfte in Spanien dem Marschall Soult. Mittlerweile wurde von der Cortes-VersammlunginCadix die freisinnige Verfassung entworfen, die unterdem Namen der Konstitution vom Jahre Zwölf bekannt ist und das un-beschränkte Königtum und die Priestermacht in Spanien auf immer vernichtensollte. Aber durch den Einfluß der Geistlichen blieb diese Verfassung dem Volkefremd und verhaßt.
8- 518. Der russische Feldzug von 1812 nötigte den Kaiser, das spanischeHeer zu vermindern. Dies benutzte Wellington, um mit großer Heeres-macht in Spanien einzurücken. Von den Guerillabanden unterstützt, gewan-nen die britischen Heere bald Vorteile über die an allem Mangel leidendenGegner. NachMarmontsNiederlagebeiSalamanca („beiden Arapilen")durch Wellington, besetzten die Engländer Madrid und vertrieben den sran-