8- 519. 520. Napoleon Bonapartes Machtherrschaft (Aspern. Wagrain. Tirol). 373
Zösischen König. Noch hielten Suchet (Herzog von AlLufera) und Soult,beide gleich tapfer und gleich raubsüchtig, das Kriegsglück bei ihren Fahnenfest, und Joseph konnte noch einmal seinen wankenden Thron in Madrid ein-nehmen; aber die schreckliche Katastrophe, die der russische Feldzug herbeiführte,brachte auch die französischen Heere in der westlichen Halbinsel zum Weichenund zwang Joseph, den spanischen Boden zu verlassen. Nach dem SiegbeiVittoria folgte Wellington den Abziehenden über die Pyrenäen, fand jedochauf französischer Erde einen tapfern Gegner in Soult. Noch am 10. April1814, als die Verbündeten schon auf den elyseischen Feldern in Paris lagerten,widerstand der Marschall dem anrückenden Feinde bei Toulouse mit Ehren,wenn er gleich der Übermacht das Feld lassen mußte. Napoleons Sturz führteFerdinand VII. auf den spanischen Thron zurück.
8- 519. Gesangennehmung des Papstes. Der Franzosenhaß und diefanatische Wut der Spanier war das Werk der Priesterschaft; Napoleon hättedaraus die Lehre ziehen können, welche Macht die von ihm verkannte Religionmit ihren altehrwürdigen Einrichtungen auf die Gemüter gläubiger Menschenübe; aber in seinem Stolze wollte er keine Schrankeseiner Gewalt gelten lassen.Als der Papst sich weigerte, den englischen Schiffen die Häfen des KirchenstaatsHu schließen und mit Frankreich ein Schutz- und Trutzbündnis einzugehen, fügteihm Napoleon eine Reihe von Kränkungen zu und verband einige Gebietsteiledes Kirchenstaats mit dem Königreich Italien. Dies beugte jedoch keineswegsden Sinn des standhaften Kirchenfürsten, vielmehr wurde er dadurch bestimmt,beim zweiten Krieg Wider Österreich mit den Gegnern des Kaisers gemeinsameMaßregeln gegen Frankreichs Übermacht zu ergreifen. Da sprach Napoleondurch ein von Schönbrunn aus erlassenes Dekret das Aufhören der WeltlichenMacht des Papstes aus, ließ, als der heilige Vater, darüber erzürnt. denBannstrahl auf den Kaiser herabschleuderte, das Kirchenhaupt gewaltsamvon Rom wegführen, verbannte die Kardinäle und vereinigte den Kirchenstaatmit dem französischen Gebiete. Pius VII. lebte in verschiedenen Städten, bisihm sein Wohnsitz inFontainebleau angewiesen wurde. Da er sich hart-näckig weigerte, im Zustande der Gefangenschaft, wo er des Rats der Kardinäleberaubt war, die erledigten Bistümer zu besetzen oder irgend eine kirchlicheVerfügung zu treffen, so sah sich Napoleon zu neuen willkürlichen und eigen-mächtigen Handlungen genötigt. Zuletzt ließ sich jedoch der Papst in einerunbewachten Stunde durch die persönliche Freundlichkeit des Kaisers zu einemVergleich bewegen, wodurch sein Ansehen geschmälert ward. Aber schon imnächsten Jahre führte der Gang der Ereignisse die Freilassung des Kirchen-fürsten und die Wiederherstellung des Kirchenstaates herbei.
5. Der zweite österreichische Krieg. Hofer. Achill. (1809.)
ß. 520. Napoleons Gewaltstreiche in Italien und sein wachsender Ein-üuß in Deutschland erregten Österreichs Besorgnis. Das Wiener Kabinet be-schloß daher aufs neue das Kriegsglück zu versuchen. Der spanische Volkskrieg,gegen den der französische Kaiser 'bedeutende Streitkräfte wenden mußte, dieallgemeine Unzufriedenheit über die Handelssperre, die tiefe Bewegung in Nord-deutschland, dies alles schien anzudeuten, daß der günstige Zeitpunkt sür Öster-reich eingetreten sei, die verlorene Macht wieder zu erlangen und die fremdeJwingherrschaft zu brechen. Man errichtete den Landsturm und suchte durchfchwungreiche Aufrufe voll schöner Verheißungen Begeisterung und Vaterlands-liebe zu wecken. Graf Stadion,'ein kraftvoller, hochsinniger Edelmann, tratM die Spitze des Ministeriums. Aber noch war der Zauber des kaiserlichenNamens zu mächtig. Die Fürsten des Rheinbundes verstärkten die französische
21. Juni
1818.
18. Mai1809.
6. Juli.
2S. Jan.
ISIS.