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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Z. 521.

1899.

1g. bis 24.April1809.

21 . 22 .Mai.

14. Juni.

b.S. Juli.

12. Juli.

14. Okt.1809.

Zeitalter der Revolutionen und Restaurationen.

Armee mit ihren tapfern Truppen, und die süddeutschen Soldaten vergossenihr Blut für einen fremden Machthaber im Kampf gegen stammverwandteKrieger. Im April ließ Österreich seine Heere, die dem Oberbefehl desErzherzogs Karl untergeben waren, in Bayern und Italien einrücken. Aberschon die ersten Schläge entschieden über das Schicksal des Kriegs. VonWürttemberg, Bayern und anderen Staaten unterstützt, zog Napoleon mit be-deutender Heeresmacht die Donau hinab, drängte in einer Reihe siegreicherTreffen (bei Abensberg, Eckmühl u. a. O-) die Feinde über den Jnn undrückte zum zweitenmal in das Herz der österreichischen Staaten ein. Am10. Mai stand der Kaiser vor den Mauern der Hauptstadt, in die er schon nachdrei Tagen als Sieger einzog. Unterhalb Wiens, auf dem altenMarchfelde",wurde das nördliche User der Donau, über welche mehrere Brücken führten,vom Erzherzog Karl verteidigt. Als nun die französischen Heere von der Strom-insel Lob au aus über den Fluß fetzen wollten, fanden sie in der zweitägigenSchlacht von Aspern und Eszling solchen Widerstand, daß sie von ihrem Vor-haben abstehen mußten. Diese mörderische, wenngleich unentschiedene Schlacht,wo über 15 000 französische Krieger, unter ihnen der Marschall Lannes, dieWahlstatt deckten, erschütterte zum erstenmal die Meinung von Napoleonsünüberwindlichkeit und hob das Selbstvertrauen der gedrückten Völker. Erstals dem Kaiser neueVerstärkungen zugekommen und Eugen Beauharnais,der mittlerweile über die Harnischen und julischen Alpen aus Italien untersteten Kämpfen nach Niederungarn gezogen, nach dem siegreichen Treffen beiRaab zu der Hauptarmee gestoßen war, setzte das französische Heer abermals,und diesmal mit mehr Erfolg, über die Donau und nötigte den Erzherzog nachder großen Schlacht bei Wagram zum Rückzug. Der Verlust war auf beidenSeiten ziemlich gleich und es ward offenbar, daß die Franzosen nicht mehr dasfrühere Übergewicht im Felde besaßen. Es war daher eine große Übereilung,daß Österreich schon einige Tage nachher den Waffenstillstand vonZnaim abschloß, um über einen Frieden zu unterhandeln.

8-521. Dieser Waffenstillstand war den Tirolern verderblich. Die streit-baren Bewohner dieses Gebirgslandes, die mit großer Treue an Österreichhingen, hatten sich beim Ausbruch des Kriegs erhoben. um sich von der ver-haßten Herrschaft der Bayern, denen Tirol im Preßburger Frieden zugefallenWar, wieder zu befreien. Die aufreizenden Reden der Priesterschaft, die bei deneinfachen Gebirgssöhnen großen Einfluß besaß, und die Verlockungen und Ver-sprechungen Österreichs bewirkten eine allgemeine Erhebung. Im Vertrauenauf österreichische Hilfe griffen die Tiroler zu ihren Büchsen und richteten,gleich den Spaniern, von den Berghöhen und Schluchten ihres Landes dassicher treffende Rohr auf die Franzosen und Bayern, um Gut und Blut fürdie alten Einrichtungen der Väter zu wagen. An ihrer Spitze stand AndreasHofer, Sandwirt im Paffeyrthale, ein Mann von hohem Ansehen bei seinenLandsleuten, sowohl wegen seiner Körperstärke und Tapferkeit, als wegenfeiner Frömmigkeit, seiner Vaterlandsliebe und seines ehrenfesten Charakters-Klügere und tiefer blickende Männer, wie Hormayr, der GeschichtschreiberTirols und dieses Kriegs, benutzten Hofers Einfluß auf das Volk, um die Be-wegung über das ganze Land zu verbreiten. Neben Hofer war der starke undschlaue Speckbacher,der Mann von Rinn", die Seele der Erhebung. Einfurchtbarer Kampf entbrannte; die Bayern mußten nach dem blutigen Treffen"iff,-3selb erg Deutsch-Tirol räumen, und Hofer nahm als kaiserlicher Be-fehlshaber Besitz von Innsbruck. Der Waffenstillstand von Znaim brachteEntmutigung und Unschlüssigkeit unter den Insurgenten hervor, ohne jedochdem Kampfe ein Ende zu machen. Als aber der Abschluß des Friedens von