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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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8- 562. Die Julirevolution und ihre Folgen (Deutschland. Italien). 413

''Politischen Verbrechern"; in Frankreich und in der Schweiz trieben sich zahl-lose Flüchtlinge umher. Die Censur wurde wieder mit der größten Strenge^handhabt, der Buchhandel überwacht und die Befugnisse der Landstände ein-schränkt. So wurden abermals die Bestrebungen der Fortschrittspartei durchoen Ungestüm und übelberatenen Eifer einiger ihrer Vorfechter und Gliedervereitelt. Die Regierungen gewannen den vollständigsten Sieg, aber durch dieAt, wie sie ihn gebrauchten, verletzten sie das Rechtsgesühl des Volkes undschlugen der öffentlichen Meinung ins Angesicht. Dies geschah besonders,^ls bei der Thronbesteigung der Königin Viktoria m England die Krone vonHannover nach deutschem Fürstenrecht an ihren Oheim Ernst August vonEumb erlaub fiel, und dieser die von seinem Vorgänger mit den Ständenvereinbarte Verfasssung aufhob und die frühere ständische Einrichtung wie-

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5. Juli.

Aufforderung zur Leistung eines Dienst- und Huldigungseides ergehen, und daneben Professoren der Göttinger Universität der Aufforderung nichtUachkamen, wurden sie ihrer Stellen entsetzt und einige von ihnen des Landesverwiesen; als die einberufene Ständeversammlung aus Mangel an Mit-gliedern nicht beschlußfähig ward, wurden die Ausbleibenden durch Minori-gtswahlen ersetzt. — Durch solche und ähnliche Maßregeln wurde eineAffe Kluft zwischen Volk und Regierungen geschaffen, eine große Verstimmungvemächtigte sich der Nation gegen den „Polizeistaat" und die Herrschaft derSchreibstube. In der Presse, in der Litteratur, in der Dichtkunst wurde dasvestehende Staatswesen bekämpft, und jeder Widerstand gegen den Beamten-Itaat von der Nation beifällig begrüßt. Doch gab sich unter allen Kämpfenund Spaltungen ein höheres politisches Streben kund und war der „roteFaden",ver durch alle öffentliche Lebensthätigkeit des Volkes durchging — das Strebenuach nationaler Einigung und nach Stärkung der deutschen Bundesver-Mtnisse durch Belebung der gemeinsamen Interessen. Diesem Ziel kam die?veußjsche Regierung fördernd entgegen durch Begründung des Zollvereins,des Grundsteins deutscher Staatseinheit.

8- 562. In Italien hatte die Julirevolution gleichfalls einige ernste Be-rgungen zur Folge. Aber die Hoffnungen der Patrioten gingen schnell zuArabe. Die Aufstände in Bologna, Modena und Parma wurden durchvsterreichische Truppen bald unterdrückt und die aus beiden letzteren Orten ver-gebenen Regenten wieder in ihre Herrschermacht eingesetzt. Im Kirchenstaatvedrente man sich zur Unterdrückung der empörten Landschaften der päpstlichenguppen, die man durch Banditen und Sträflinge ergänzte. Diese Mietenggestalt. daß österreichisches Militär nötig wurde, um die Regierung und dasgnd vor den eigenen Soldaten zu schützen. Um nicht alle Macht über Italienw die Hände Österreichs gelangen zu lassen, nahmen die Franzosen Anconagvch einen Handstreich und hielten es mehrere Jahre besetzt. Ein von einer^char Flüchtlinge unter der Führung des aus Genua gebürtigen polnischenGenerals Ramorino von der Schweiz aus unternommener Einfall in Sa-Men, in der Absicht, den fardinischen Thron zu stürzen und. mit dem „jungen-Mln " ' ' " ' "" " "

1833 .

1833 .

folge eines Thronstreites. Ferdinand hatte sich nämlich von seiner vierten Ge-mahlin Marie Ckriffine bewegen lassen, das in allen bourbonischen Staaten N, M«r,gültige salische Gesetz, welches die Frauen von der Thronfolge ausschließt,aufzuheben und dadurch seiner in demselben Jahre geborenen Tochter Jsabella i83«.