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Die Pariser Februar-Revolution und ihre Folgen.
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März
1848.
^öllig zu Ende, wenngleich die meisten Barrikaden durch die Tapferkeit derTruppen und die Gewalt der Kartätschen weggenommen oder zerstört waren.
Da gab endlich der König Befehl zum Abzug des Militärs, entließ das Mini-sterium und willigte in die Errichtung einer Bürgerwehr zum Schuhe derStadt und zur Bewachung des Schlosses. Eine unbedingte Amnestie, die baldNachher verkündigt wurde und in den übrigen deutschen Staaten Nachahmungland, befreite alle wegen politischer Vergehen oder Verbrechen Verurteilte von«er Strafe und gewährte den Flüchtigen die Rückkehr; und drei Tage später^- März,verhieß der König in einer Proklamation und auf einem feierlichen Umzugvurch die Stadt, daß er als konstitutioneller König an die Spitze einesmim und einigen Deutschlands treten wolle. Eine konstituierende Natio-nalversammlung, aus allgemeiner Wahl hervorgegangen, unternahm einigeLochen nachher das schwierige Werk, für die preußische Monarchie eine Re-präsentativ-Verfassung auszuarbeiten.
ß. 567. Mittlerweile war in allen deutschen Staaten eine mächtige Um-wälzung vor sich gegangen. Der Bundestag hatte eine neue Besetzung durchüberall Vertreter erfahren und siebzehn Vertrauensmänner waren be-Mtragt, eine neue Bundesverfassung zu entwerfen. In Bayern wich KönigLudwig der öffentlichen Meinung und legte das Scepter in die Hand desKronprinzen Maximilian; in Hessen-Darmstadt gab der alte Groß-AHog einige Monate vor seinem Tode die Regierung seinem Sohne ab. InHannover, Kurhessen und den meisten Staaten wurden die StimmführerLiberalen in die Ministerien berufen, die Reformen im demokratischenSmne und mit überstürzender Hast eingeführt. Aber die Bewegung wurde^r> so mächtig, daß die Reformen nicht mehr genügten, sondern hier und daWeg der Revolution betreten ward. In einigen Gegenden vertrieben diesauern die Rentbeamten, vernichteten die Grund- und Zehntbücher und zer-die Schlösser der Gutsherren. Es genügte den Männern des äußerstenFortschritts nicht, daß das eigenmächtig zusammengetretene Vorparlament.".Frankfurt a. M. im Anfang April den Grundsatz der Volkssouveräni-vat aufstellte und den Beschluß faßte, daß eine freigewählte Nationalver-^W^ung eine neue Verfassung für das gesamte Deutschland anfertigen solle,
^d daß ein ständiger Ausschuß von Fünfzigmännern über die ge-?vue Vollführung dieses Beschlusses von feiten der Regierungen zu wachenMe: eine radikale Partei, Hecker, Struve u. a. an der Spitze, rief imMischen Oberlande das Volk zu den Waffen, um eine deutsche Republik zu be-funden. Die republikanische Schilderhebung hatte jedoch wenig Fortgang,cach einigen Streifzügen und Gefechten, wobei der ritterliche Bundesgeneral. ich von Gagern seinen Tod fand, wurde der Aufstand unterdrückt. vd die Führer zur Flucht genötigt. — Am 18. Mai wurden die Sitzungenverfassunggebenden Nationalversammlung eröffnet. Die durchawnt und Beredsamkeit ausgezeichnete Versammlung in der Paulskirche zu^nkfurt war ein würdiger Ausdruck deutscher Bildung und Gesinnung. Einekr ersten Handlungen des Frankfurter Parlaments war die Beseitigung des^undestags und die Errichtung einer neuen Centralgewalt. Nach heftigenr D^vmentarischen Kämpfen vereinigte man sich dahin, daß die Nationalv'er-dcm -9 einen unverantwortlichen Reichsverweser erwählte, der sicham einem verantwortlichen Ministerium zu umgeben habe. DieLm» HMi vorgenommene Wahl entschied für Erzherzog Johann vonHänd °uch' der dann nach seinem feierlichen Einzug in Frankfuri
Einzug in Frankfurt aus den
wall 4 ^ Bundestagspräsidenten die von diesem Staatskörper geübte Ge-entgegennahm.