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Neueste Geschichte.
§. S84.
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30. Mär,18LS.
das Kommando, indem General Simpson die Führung übernahm. Am11. Juli traf eine feindliche Kugel den russischen Admiral Nachimow, als erdie Festungswerke besichtigte. So hielt der Tod eine furchtbare Ernte unterden Häuptern wie unter dem Volk; von den Urhebern und Leitern des schreck-lichen Krieges stürzte einer um den andern in die Gruft. Vom 16. August an,als ein Versuch Gortschakows, von der Tschernaja aus die feindlichen Lrmenzu durchbrechen, mit großem Menschenverlust zurückgeschlagen war, dauertendie Angriffe und Stürme fast ohne Unterbrechung fort, bis endlich am 8. Sep-tember, nachdem man mehrere Tage über Leichenhügeln um den Besitz vonMauern und Schanzen gerungen, der Malakowturm von den Franzosen, ei»anderes Bollwerk von den Engländern erstürmt ward. Damit endigte derdenkwürdige Belagerungskrieg vor Sebastopol. Aber auf der Nordseite desMeerbusens behauptete Gortschakow eine feste Stellung, aus der er nicht leMverdrängt werden konnte. Überall regte sich nun der Wunsch nach Frieden;doch erst als der russische General Murawiew durch die Eroberung der tapfer27. N°v. verteidigten türkischen Festung Kars südöstlich von Trebisonde die Niederlagebei Sebastopol mit einer siegreichen Waffenthat ausgeglichen, wurden auf deingroßen Kongreß in Paris die Unterhandlungen eröffnet, die endlich denFrieden herbeiführten. Nach mehrwöchigen Verhandlungen vereinigte man Mzu einer Übereinkunft, welche den unverletzten Bestand des osmanischen Reichessicherte, die Donauschiffahrt freimachte, die Fürstentümer Moldau uiwWalachei, sowie Serbien neben der Oberherrlichkeit (Suzeränität) des Sultansnoch unter den Schutz der Vertragsmächte stellte, die Gleichberechtigung derChristen mit den Mohammedanern unter Gewährleistung und Überwachungsämtlicher Großmächte aufrecht erhielt und dem Übergewicht der russischenSeemacht im schwarzen Meere ein Ende bereitete. Damals stand Napoleonauf der Höhe seiner Macht. Von allen Seiten wurden dem „EmporkömmlingHuldigungen dargebracht, sein Minister Walewski, ein natürlicher Sohn desersten Napoleon, leitete den Kongreß; aller Augen waren dem neuen Schieds-richter Europas zugewendet, der rm Siegesglanz dastand und dessen Glück u^^ in«? dieselbe Zeit noch durch die Geburt eines Sohnes erhöht ward, den seine WMspanische Gemahlin Eugenie zur Welt brachte, das „Kind Frankreichs", dessenThronfolge zu sichern nunmehr des Kaisers höchstes Anliegen war.
H. 584. Die Türkei und Griechenland. Die Pforte ging geschwächt audem Krimkriege hervor; der „kranke Mann" kam nicht zur Genesung. Weder AbduMedschid, welcher am 26. Juni 1861 starb, noch sein Bruder und NachfolgtAbdui Abdu! Aziz vermochten der zunehmenden Anarchie und der Finanznot zu steuern-Die Versuche, durch Reformen im Sinne des Abendlandes, welche durch denständigen Staatsmann Fuad Pascha (i in Nizza am 11. Febr. 1869) eingelemwurden, das Osmanenreich aus seinen verlotterten Zuständen zu heben, blieben oh>^nachhaltige Wirkung. Die größten Schwierigkeiten bereiteten der Pforte die lEUnabhängigkeit strebenden Vasallenstaaten. Die Moldau und die Walachei vev'einigten sich gegen den Willen der türkischen Regierung zu einem FürstentuosRumänien und wählten einen moldauischen Edelmann, Alexander Cusa,Herrscher. Als dieser jedoch durch despotische Regierung, wie durch Habsucht »nSittenlosigkeit sich Haß und Verachtung zuzog, entstand nach einigen Jahren'Bukarest eine Empörung, die seine Vertreibung und die Erhebung eines deutsche"Fürsten, Karl Anton von Hohenzollern, zur Folge hatte. In Serbiengerten sich die Streitigkeiten zwischen den christlichen Bewohnern und den türkisch^Besatzungen mitunter zu blutigen Kämpfen, bis sich die Vertragsmächte ins Diülegten und einen Vergleich auswirkten, infolgedessen die Festungen geräumt wurdeund die Suzeränität der Pforte zum wesenlosen Schatten herabsank. Dieses 2>er
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