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Die Westmächte und Rußland.
1868 .
Oktober-
1862.
haltnis erfuhr keine Veränderung, als im folgenden Jahr Fürst Michael Obreno-A^tsch im Park bei Belgrad von einigen Verschworenen ermordet und sein junger w. J»»iVerwandter Milan Obrenowitsch von der Nationalversammlung aus den Fürsten-Mon erhoben ward. — In Griechenland hatte König Otto aus dem bayerischenÄrstenhause, trotz seines guten Willens, während einer fast dreißigjährigen Regie-sich die Zuneigung des beweglichen Volkes nicht zu erwerben gewußt. Mäh-end des Krimkrieges träumten einige schwärmerische Köpfe in Athen von einemZerren byzantinischen Reich, das mit Hilfe Rußlands aufgerichtet werden sollte, undZuchten das hellenische Volk zur Teilnahme an dem Kampfe aufzureizen. Da aberOito, teils aus Mangel an Mut und Thatkraft, teils aus Furcht vor den West-wächten, dem Drängen der Russenfreunde widerstand, so zerrannen die Hoffnungen,s-^zelne Klephtenbanden, welche die Fahne der Empörung aufpflanzten, wurden zer-iprengt. Durch diese Haltung verlor Otto den Rest von Anhänglichkeit und Sym-pathie bei den Griechen. Der zunehmende Verfall des osmanischen Reichs ließ sie^ dem Glauben festhalten, daß die „große Idee" doch noch zur Durchführung käm-pfn könnte, wenn ein unternehmender Mann auf dem Throne säße. Der Gedanke,durch einen Aufstand der deutschen Herrschaft zu entledigen, fand daher immerW^hr Verbreitung unter allen Ständen. Endlich kam der Plan zur Ausführung.
Athen, Patras, Korinth brachen Aufstände aus, welche die Abreise des KönigsUnd die Errichtung einer provisorischen Regierung zur Folge hatten. Aber die Hoff-nung, einen König aus einem mächtigen Herrscherhause zu gewinnen, ging nicht inFüllung. Mehrere Fürsten lehnten die angebotene Krone ab. Endlich fiel dieTsahl auf einen jungen dänischen Prinzen, der sich von England zur Annahme be-Mmmen ließ. Von der griechischen Nationalversammlung und von den drei Schutz-pachten als König von Griechenland unter dem Namen Georg I. anerkannt, begabach der junge Fürst nach Athen, wo er ein Jahr nach der Thronentsetzung Ottos"langte und die Zügel der Herrschaft mit schwachen Händen ergriff. Darauf ent-fugte die englische Regierung der Schutzherrschaft über die Republik der ionischenpuseln und willigte in deren Vereinigung mit dem griechischen Königreich. AberNationale und religiöse Aufregung gegen die Türkenherrschaft dauerte fort undZeugte auf der Insel Candia (Kreta) blutige Ausstände und greuelvolle Kämpfe.
7^?se waren noch im vollen Gange, als König Otto in Bamberg nach kurzer Krank-et starb. Die Vermählung des jungen Monarchen Georg mit einer russischenAärstentochter knüpfte das Band zwischen Rußland und Griechenland noch enger.
Vertrauen darauf fuhr man in Athen fort, den candiotischen Aufstand zu unter-pftzen. Gereizt nahm endlich die Pforte eine feindselige Haltung an, und eine neue ises.genialische Frage drohte Europa zu verwirren. Da gelang es der Vermittelungeuropäischen Großmächte auf einer Konferenz in Paris, einen Ausgleich herbei-Mhren, infolge dessen die Insel wieder unter die türkische Herrschaft zurückkehrte.
Ar Besuch der Kaiserin Eugenie von Frankreich, des Kaisers Franz Joseph von^ erreich, des Kronprinzen von Preußen und anderer hohen Herrschaften, welche°"rFeier der Eröffnung des unter der Leitung des französischen Diplomaten Lessepss endeten Suezkanals nach dem Orient reisten, hat die Annäherung zwischen dem"wnischen Reich und der europäischen Kulturwelt einen Schritt weiter geführt.
-A.^ 5 ' Rußland unter Alexander II. Einige Monate nach Abschluß, 2 Medens feierte Alexander II. sein glänzendes Krönungsfest in Mos-Gab er schon bei dieser Gelegenheit durch eine Reihe von Gnadenakten".beweis, daß er andere Wege als der Vater einzuschlagen gedenke, so hatEi» «ch. seine nachfolgenden Handlungen diesen Glauben glänzend bestätigt,^„bedeutende Herabsetzung des Heerbestandes minderte die Ausgaben undx.s'Uelte viele gebundene Hände. Dann folgten Reformen auf allen Gebietens Volkslebens. Handelsverträge erleichterten den Verkehr mit dem Ausland;
Oktober
IMS.
1866.
26. Juli1867.
Januar
18W.
S-rbst
i88S.
7. Sept.1856.