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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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449
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Deutschland und die deutschen Großmächte.

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Schatten der FaLelwelt nach seiner leidlichen Hülle, seinem Staat, zu suchen.Al jeder Gelegenheit trat es mit entsetzlicher Klarheit zutage, wie rat- undPolos die deutsche Nation in allen Fragen des politischen Gesamtlebens da-stehe, so lange nicht der Zwiespalt zwischen den Großmächten ausgeglichen sei,>o lange nicht eine Form gefunden würde, unter welcher die Gegensätze ver-ewigt, die widerstrebenden Elemente eingefügt werden möchten. Wenn der"Nationalverein", wie einst die Kaiserpartei derKleindeutschen" in Frank-furt, mehr auf einen Anschluß an Preußen hinarbeitete, und die Reichsver-wssung von 1849 mit einigen Abänderungen zu seinem Panier erhob, so be-'tund dergroßdeutsche" Resormverein auf einem Staatsorganismus, inwelchem Österreich neben Deutschland und Preußen Platz fände. Wie wenigauch die preußische Regierung sich dem Nationalverein günstig zeigte, so fühlten

fürchten hatten, als von Österreich. "Als daher Kaiser Franz Joseph, nachdemrr dem eigenen Reiche eine Verfassung gegeben, den günstigen Augenblick, dapreußische Regierung mit dem Abgeordnetenhaus wegen der Ordnung desStaatshaushaltes und der Umgestaltung der Heerverfassung in schweren Kon-mkt geraten war, benutzte, um tue deutschen Monarchen zum Zweck einer Reform°ar Bundesverhältnisse zu einem Fürstentag nach Frankfurt zu berufen, soMieten fast alle regierenden Häupter Folge. Da aber der König von PreußenÜch von der Beratung fernhielt, der Großherzog von Baden dem Reforment-wurf seine Zustimmung versagte, und die Völker sich mit dem Vorschlag einer^Ete gierten Versammlung aus den einzelnen Landständen statt eines frei-gewahlten Nationalparlaments nicht befriedigt erklärten, so hatte der Frank-furter Fürstenkongreß keinen andern praktischen Erfolg, als daß dadurch klar?^age trat, wie selbst in den höchsten Kreisen die Überzeugung Eingang gefun-sln Üabe, daß der Bundestag in seiner dermaligen Zusammensetzung und Ver-wlfung für die Leitung der deutschen Dinge nicht mehr geschaffen sei und daßven Einheitsbestrebungen des deutschen Volkes wenigstens einige Zugeständ-est gemacht werden müßten, eine Anschauung, die sich auch in den Bemüh-ungen zur Herstellung einer größeren Einheit im Münzwesen, in Maß undGewicht, in den Posterleichterungen u. a. m. kund gab. Aber durch wie vieleDunkle Gänge die deutsche Geschichte jener Jahre hinführen mochte, viele be-deutende Errungenschaften sind dennoch erzielt worden, die einen Fortschrittw der öffentlichen Lebensthätigkeit begründeten. Zu diesen Errungenschaftenwchnen wir in erster Linie das klare Nationalbewußtsein, das imAwpfe mit dem engen Stammesgeist und dem kirchlichen KonfessionshaderMMer mehr Boden gewann und dem deutschen Namen auch nach außen Ach-wng zu verschaffen bemüht war. Noch die künftigen Geschlechter werden sichBuhlen, wie am 10. November des Jahres 1859 das deutsche Volk in der

^r sich ergehen zu lassen1 -;.g8-591. Österreich. Der Kaiserstaat hatte den Riesenkampf der JahreVi und 1849 glücklich überwunden und war noch stark genug gewesen, denZuudestag wieder von den Toten zu erwecken und das Ringen der deutschenfolg einem freien, würdigen Staatsleben zu erdrücken. Aber diese Er-

»e waren mit schweren Opfern erkauft worden.

2°ber, !l. Weltgeschichte.

gerbst

l8VS.

Mstesfteiheit und Humanität Ausdruck gegeben; wie die fünfzigjährige Ge-dächtnisfeier des 18. Oktober im .^abre 1863 den festen Entschluß des defs?öpit

Die Unterhaltung einer29