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1856 .
Neueste Geschichte.
§. 591-
großen Militärmacht legte der Regierung unerschwingliche Kosten auf, welche,verbunden mit den hohen Ausgaben für Polizei und Verwaltung, den StaatsHaushalt in unheilbare Zerrüttung brachten. Die Staatsschulden mehrten ftwins Endlose und da die Zinsen größtenteils ins Ausland flössen, so verschwandim Kaiserreiche selbst alles Metallgeld aus dem öffentlichen Verkehr und mußtebis auf die Scheidemünze herab durch Papierscheine ersetzt werden. Der Kreditsank immer tiefer; die Ausgaben überstiegen die Einnahmen um viele Millio-nen; alljährlich nötigte ein beträchtliches Defizit die Finanzverwaltung, neueWege zur Deckung zu suchen. — Wie in den meisten Ländern Deutschlandswar auch in Österreich die reaktionäre Partei bemüht, alles, was die Revolu-tionsjahre ins Leben gerufen, in das Grab der Vergessenheit zu legen. Durchkaiserliche Patente vom 31. Dezember 1851 wurde die von Franz Joseph nochnicht beschworene Reichsverfassung außer Wirksamkeit gesetzt und die absoluteMonarchie wieder eingeführt. Der Gewaltstreich erzeugte keine Aufregung-Die unter dem Scepter Österreichs vereinigten Völkerstämme hatten zu wemgGesamtinteresse, als daß sie sich für eine Staatssorm hätten begeistern sollen,die sie zum Teil nicht begriffen, zum Teil nicht wollten, und von deren Wir-kungen sie noch keine Erfahrungen hatten. Aber diese Resignation, womit dieösterreichischen Völker die Entfernung einer ungewohnten Staatsform hinnah-men, war kein Zeichen der Zufriedenheit, vielmehr freuten sich die nichtdeutschenNationalitäten, daß sie sich nun um so ungehemmter ihren Sonderbestrebungenhingeben konnten. Der Mordversuch, den Joseph Libenyi aus UngarnWider den Kaiser unternahm, als dieser sich auf den Festungswällen der Haupt-stadt erging, war nicht-die Folge einer Verschwörung, sondern nur die ver-brecherische That eines einzelnen; aber er war doch ein.merkwürdiges Zeichender herrschenden Aufregung in dem sonst so getreuen Österreich. — Man be-trachtete es als ein glückliches Vorzeichen, daß die von Kossuth einst vergrabeneuralte ungarische Königskrone samt den Kronjuwelen entdeckt und dem Habs-burger Herrscherhaus wieder zugestellt wurde; aber in diesem Lande hatte da»Schwert der Rache zu tiefe Wunden geschlagen, als daß die Nation sich HEentschließen können, über dem Grabe ihres Glücks, ihres Wohlstandes uBihrer Freiheit die Hand der Versöhnung zu reichen und anzunehmen. Nochwar die Zahl der verbannten und flüchtigen Patrioten zu groß, als daß h^rder schwellende Strom der Leidenschaft in einen ruhigen Lauf hätte geleite!werden können. Oftmals ging die Flut des Widerstandes so hoch, daß neuErhebungen zu befürchten standen. — Auch in andern Ländern hatte Österreichheftige Widersacher zu bekämpfen, tieswurzelnde Vorurteile zu überwinden!doch schnitt man hier nicht, wie in Ungarn und Italien, die Wege der Ver-ständigung und Versöhnung gänzlich ab; man erkannte den guten Willen oeRegierung, durch Reformen die innern Schäden allmählich zu heilen, und oiBeteiligten ergriffen mit Freude und Zufriedenheit die Vorteile, die ihnen die Aus-lösung des bäuerlichen Urbarialverbandes und die Entlastung des Grundes uNBodens brachten, eine großartige soziale Umgestaltung aller BesitzverhältnE'welche die Regierung mit manchen schweren Öpfern ins Leben gerufen W-Und wenn auch die hochgestellten katholischen Eiferer, welche als eine mächu6Kamarilla den Kaiserthron umstanden, Einfluß genug besaßen, ein unzeng.mäßes Konkordat mit dem päpstlichen Stuhle zuwege zu bringen und das-selbe lange aufrecht zu erhalten, so mußten sie doch auch geschehen lassen, bavden Protestanten beider Konfessionen bürgerliche Rechtsgleichheit mit den Ka-tholiken und die Ausübung ihres kirchlichen Glaubens und Gemeindelebeneingeräumt ward. — Das absolut-monarchische Regiment war indessen auchÖsterreich nicht mehr auf die Dauer haltbar. Als in dem italienischen Krnn