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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Geschichtliche Rundschau.

Z. 633 k. 634.

Cook

1723-79

1845 .

Z. 633 k. Australien. Polarfahrten. Auch auf der Inselwelt der Südsee,in dem großen, im Innern fast unbekannten Lande Neu-Guinea, im Bismarck-und Marschall-Archipel sind neuerdings umfangreiche Schutzgebiete des deutschenReichs entstanden. Das auch heute noch tiefer im Innern wenig bekannte austra-lisch e Festland, von dem zuerst der große englische Seefahrer James Cook nähereKunde nach Europa gebracht hatte, besteht jetzt aus einer Anzahl zu Großbritanniengehöriger, aber in ziemlicher Unabhängigkeit lebender Kolonieen. — In hohem Graderief seit alten Zeiten auch die Polarforschung das geographische Interesse wach.Das ganze Mittelalter hindurch fandm Fahrten von Wikingem, später auch vonSchiffern anderer Nationm in den arktischen Gegendm statt. Die reichen Fischerei-gründe, dann das Streben, eine nordwestliche oder nordöstliche Durchfahrt zur Ver-kürzung des Seewegs nach Hinterasien und der Südsee zu finden, waren die Triebfedernbei diesen gefährlichen Zügen durch schreckliche Eisregionen. Es zeigte sich in derFolge, daß praktische Schiffahrts- und Handelszwecke auf diesem Wege nicht zu er-reichen waren, dafür trat das rein wissenschaftliche Interesse in den Vordergrund.Die physikalischen und meteorologischen Kenntnisse konnten durch die auf diesen Reisenangestellten Beobachtungen die wertvollste Bereicherung erwarten. In den achtzigerJahren des 16. Jahrhunderts unternahm Davis, zu Anfang des 17. JahrhundertsHudson, im 18. Jahrhundert Bering und Cook berühmte Nordpolfahrten, derenAndenken in den geographischen Namen jener Gegenden erhalten ist. In unseremJahrhundert sind die wiederholten Polarfahrten der beiden Roß, John und James,Oheim und Neffe, hervorzuhebm, sowie die Expeditionen des englischen SeefahrersJohn Franklin, die das Problem einer für Schiffe freilich unbrauchbaren nordwest-lichen Durchfahrt lösten und durch ihr tragisches Ende die Teilnahme der wissenschaft-lichen und nautischen Kreise jahrzehntelang wachhielten. Die letzte ExpeditionFranklins war lange Zeit völlig verschollen. Der Wunsch, die kühnen Seefahreraufzufinden oder wenigstens ihr Schicksal zu erkunden, hielt andauernd die Nordpol-forschung rege und gab zur Ausrüstung mehrerer Expeditionen Anlaß, die endlich dieGewißheit brachten, daß die Reisenden im Jahre 1847 den furchtbaren Leiden desHungers und Frostes erlegen waren. Seit der Zeit wurden fast in jedem Jahr größerePolarexpeditionen von verschiedenen Völkem ausgerüstet und kühne Männer, wie dieDeutschen Payer, Weyprecht, Bessels u. a., der Finne Nordenskjöld, trugendie entsetzlichen Leiden und Mühsale dieser Fahrten, um unsere physikalischen undgeographischen Kenntnisse zu erweitern.

S) Der Gang des geschichtlichen Lebens seit dem Frankfurter Friede«.

1. Das deutsche Reich und Preußen.

Z. 634. Der erste Reichstag und die Parteistellung. Ein großer histo-rischer Moment hat das deutsche Reich, dessen Herstellung alle patriotischen Herzenseit Jahrzehnten so feurig gewünscht und erstrebt hatten, wie durch eine schöpferischeNaturgewalt unerwartet ins Dasein gerufen (Z. 618). Dieses Ereignis wurde vonder Welt mit verschiedenartigen Gefühlen aufgenommen, zumal da es zusammentrafmit dem militärischen Fall der französischen Nation, die so lange für die erste Kriegs-macht Europas gegolten, und mit der Auflösung der weltlichen Macht des Papst-tums (H. 609), das in früheren Jahrhunderten an der Zersetzung und Spaltung derdeutschen Völker und Stämme so thätig mitgewirkt hatte. Das Ausland sah mitNeid und Mißgunst auf die in der Mitte Europas emporgewachsene Großmacht,durch welche das Schwergewicht aller europäischen Dinge plötzlich verrückt wurde, undbrachte ihr wenig guten Willen und freundliche Gesinnung entgegen; im Innernregten sich alte und neue Widersacher eines einheitlichen Bundesstaates unter dermilitärischen Führung des kriegsgewaltigen Preußen. Dem neuen Reiche war dahereine klare politische Ausgabe gestellt: es mußte einen „Kamps ums Dasein" führensowohl nach außen, um seine errungene Stellung zu behaupten und ihr Achtung und