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Geschichtsbilder : Hilfsbuch für den ersten Unterricht in der deutschen Geschichte / von Albert Richter
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daß ich eine goldene Krone trüge, wo mein Heiland eine Dornen-krone getragen hat." Er nannte sich hinfort nurBeschützer desheiligen Grabes".

Nur ein Jahr lang blieb Gottfried der Führer der Christen.Schon im Jahre 1100 starb er, wohl infolge der großen Anstrengungen,die er auf sich genommen hatte. Sein Nachfolger war fein BruderBalduin, der nicht so demütig war, wie Gottfried, und den TitelKönig von Jerusalem" annahm.

6. Friedrich Barbarossa.

1. Nachdem die Christen Jerusalem und das heilige Land eroberthatten, waren die Türken natürlich bestrebt, das Verlorene wiederzu-gewinnen, und darum war es nötig, daß den christlichen Kämpfern imMorgenlande immer neue Scharen aus Europa zu Hilfe kamen. Sozogen alljährlich einzelne nach dem heiligen Lande, um an den fort-dauernden Kämpfen gegen die Türken teilzunehmen; aber auch großeKreuzzüge wurden von Zeit zu Zeit wieder veranstaltet.

Einen solchen unternahm ungefähr fünfzig Jahre nach demersten Kreuzzuge der deutsche Kaiser Konrad III. aus dem Geschlechteder Hohen staufen, und auf diesem Zuge begleitete ihn sein NeffeFriedrich, damals noch ein Jüngling. Dieser Kreuzzug hatte aberleider wenig Erfolg. Hunger und Seuchen suchten das Heer heim,Verräter führten es aus falschen Wegen. Wo es einen Kampf mitden Türken wagte oder eine Stadt belagerte, erlitt es Niederlagenoder richtete nicht viel aus, und nur ein kleiner Teil des Heeres kehrtenach Europa zurück.

2. Der Kaiser Konrad III. starb bald nach feiner Heimkehr vondem Kreuzzuge. Als seinen Nachfolger auf dem Throne wühlten diedeutschen Fürsten feinen Neffen Friedrich, und sie hatten damit einesehr glückliche Wahl getroffen. Zu der Zeit, da Friedrich, den manfeines rötlichen Bartes wegen auchRotbart" oder mit einem ita-lienischen WorteBarbarossa" zubenannte, als deutscher Kaiserregierte, war das deutsche Reich mächtig und angesehen unter allenVölkern.

Das war auch gar nicht zu verwundern, denn Friedrich Barba-rossa war ein tapferer, weiser und frommer Fürst. Ein Mönch, derzu jener Zeit lebte und eine Lebensgeschichte des Kaisers geschriebenhat, erzählt von ihm:Sein Körper ist ein Bild männlicher Stärke.Der Blick seiner Augen ist durchdringend und scharf, der Bart rötlich;der Ausdruck seines Gesichts ist meist froh und heiter. Sein Schrittist fest, die Stimme klar. Auf der Jagd, die er liebt, weiß er denBogen trefflich zu handhaben und den Spieß sicher zu schleudern;du darfst ihm aufgeben, was er treffen soll, und er trifft es. An

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