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zu treffen. So Avar der Staat der Spartaner ein seltsamesGemisch von Monarchie, Aristokratie nnd Demokratie.
3. Spartanische Zucht. Die Knaben. — Umdie Spartaner so früh als möglich an alles, was den tüch-tigen Krieger ausmacht, zu gewöhnen, nahm der Staat dieErziehung der adeligen Jugend ganz in seine Hand. Schonhei der Geburt des Kindes wurde von besonderen Beamtenentschieden, ob es zum lebenskräftigen Menschen taugeoder nicht. War es verkrüppelt oder schwach, so wurdees im Walde ausgesetzt. Nur bis zum siebenten Jahredurfte der Knabe bei der Mutter bleiben, dann mußte erin die gemeinsamen Erziehungshäuser wandern, avo vomStaate bestellte Lehrer strenge Zucht übten. Abhärtungdes Körpers, GeAVÖhnung an Gehorsam und einfache Le-bensweise war das Ziel. Die Zöglinge gingen barfuß undbarhaupt, selbst im Winter nur leicht gekleidet undschliefen ohne Decke auf bloßem Schilf, den sie selbst imEluß holen mußten. Die Kost Avar so mager, dan sie nurdurch Diebereien ihren Hunger stillen konnten. Ertappteman sie nicht darüber und zeigten sie es nachher an, sogereichte es ihnen zum Lob, denn man Avollte sie in derList üben; geschah das Gegenteil, so bekamen sie Schläge.Gegen Hunger und Durst, Frost und Hitze, gegen körper-liche Schmerzen jeder Art sollten sie unempfindlich Aver-den. Alljährlich fand darin eine Art Prüfung statt, indemsie vor dem Altar der Göttin Artemis bis aufs Blut ge-peitscht Avurden. Wer die Geißelung am längsten aushielt,ohne eine Miene zu A r erziehen, Avar der Sieger; es kam A T or,daß Knaben ohne einen Schmerzenslaut unter den Strei-chen tot zu Boden sanken. Täglich übten sie sich imLaufen, Springen, Diskus- und Speerwerfen, im Fechtenund auch in kriegerischen Tänzen. Dazu kam noch etAvasMusik und das Singen A'on Liedern, Avie sie die Spartanerbei Festen und ini Kriege erschallen zu lassen pflegten.Da sangen z. B. die Alten: „Wir Avaren junge Männer einstvoll Mut und Kraft.“ Darauf die Männer: „Wir aber sindes, hast du Lust, so erprob’ es.“ Und die Jünglinge: „Wir
Onchsli, Allgriiu'iiic Oosehic-hto.
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