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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
Entstehung
Seite
55
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war Plato, der wiederum den Aristoteles heran-bildete. Plato und Aristoteles waren die größten Denkerund Gelehrten des Altertums und haben durch ihre Lehrenund Schriften his auf die Neuzeit her ah einen unermeß-lichen Einfluß auf das Geistesleben der Menschheit aus-geübt.

§ 11. Pelopidas und Epaminondas.

1. Pelopidas befreit Theben. — Nach der Be-siegung Athens genoß Sparta eine Macht wie nie zuvor.Aber es mißbrauchte sie zu einer rohen Zwingherrschaftüber die übrigen Hellenen. So nahmen die Spartanermitten im Frieden die Stadt Theben in Mittelgriecheii-land durch einen Gewaltstreich ein und legten die Regie-rung in die Hand einiger Ehrgeizlinge, die im Schutzeeiner spartanischen Besatzung ungestraft die empörend-sten Gewalttaten verübten. Viele der edelsten Thebanersuchten vor den Tyrannen Zuflucht in Athen, darunterPelopidas, der es unternahm, seine Vaterstadt vondem Joche, das auf ihr lastete, durch eine Verschwörungzu befreien. Eines Tages schlichen er und seine Freundeals Bauern verkleidet nach Theben zurück. Einer derMitverschworenen, der in der Stadt geblieben war undscheinbar zu den Machthabern hielt, hatte einen Teil der-selben zum Nachtessen zu sich geladen. Nach demSchmause verlangten die Gäste nach Tänzerinnen, dienach griechischer Sitte das Mahl verschönern sollten.Diese erschienen und stürzten sich — es waren nämlichdie Verschworenen in Frauengewändern — auf die Ty-rannen und erdolchten sie. Die übrigen wurden von Pelo-pidas während der Nacht in ihren Wohnungen aufgesuchtund erschlagen. Am Morgen riefen die Verschworenen dieBürger zusammen, die sie als Retter und Befreier be-grüßten und die fremde Besatzung auf der Burg zum Ab-zug nötigten. Wohl suchten die Spartaner den Schimpf zu1 eichen. Aber sie fanden an der Spitze Thebens einenMann, an dem ihre Tapferkeit und Kriegskunst zuschan-den wurde.