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als Redner wenig Glück. Allein mit der ihm eigenenWillensstärke bekämpfte Demosthenes diese Naturfehler,bis er sie besiegt hatte. Am Meeresstrande überschrie erdie tosende Brandung der Wellen, damit er den Lärm derVolksversammlung mit seiner Stimme beherrschen lerne.Mit Kieselsteinchen im Mund suchte er deutlich zu spre-chen, um des Stammelns Herr zu werden. Er ging steileBerge hinan und sagte dabei laute Reden her, um seinenAtem an längere Ausdauer zu gewöhnen. Unablässig übteer sich in würdiger Körperhaltung, angemessenem Gebär-denspiel und richtiger Betonung. Ebenso unablässig warer bemüht, an den großen Schriftstellern seinen Geist zabilden; ein berühmtes Geschiehtswerk soll er achtmaleigenhändig abgeschrieben haben. So wagte er es endlich,von feuriger Vaterlands- und Freiheitsliebe getrieben, inder Volksversammlung das Wort zu ergreifen, und dieschmucklose Einfachheit, die eindringliche Kürze undernste Gedankentiefe seiner Reden riß die Athener, dieihn früher verlacht hatten, zur Bewunderung hin. Seinganzes Sinnen und Trachten ging dahin, sie und die übri-gen Hellenen über die Absichten des makedonischen Kö-nigs aufzuklären und sie zum Handeln zu bewegen, ehees zu spät war.
3. Die Schlacht bei Chäroneia (338 v. Chr.).
Demosthenes wußte in der Tat den Athenern etwas vonder Tatkraft einzuflößen, die ihn beseelte. Sie suchten denPlänen Philipps entgegenzutreten, wo sie konnten. Aberihre Bemühungen wurden durch die Verblendung derThebaner und übrigen Griechen durchkreuzt, Die The-baner hatten einen großen Haß auf die Phokier, ihrewestlichen Nachbarn, geworfen und bewirkten, daß derGotteshausbund zu Delphi diese zu einer schweren Geld-buße verurteilte, unter dem Vorwand, daß sie dem Orakelgehörige Güter 'weggenommen hätten. Statt zu zahlen,griffen die Phokier zu den Waffen, plünderten den reichenTempelschatz zu Delphi und warben damit Krieger an.So entbrannte ein „heiliger Krie g“, in welchem die