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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
Entstehung
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206
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deckungen war der Gewinn, den die Wissenschaften dar-aus zogen. Magalhaens’ Fahrt hatte die schon von denalten Griechen aufgestellte Vermutung von der Kugel-gestalt der Erde zur Gewißheit erhoben, und jetzt, seitman wußte, wie Land und Wasser auf der Erde verteiltwaren, konnte man von einer wirklichen Erdkunde reden.Die Beschaffenheit der Meere, Strömungen und Windewurde erforscht. Eine Unmasse neuer Pflanzen und Tierebereicherten die Naturkunde. Durch die Entdeckungenlernte man endlich, daß selbst die alten Griechen, die inwissenschaftlichen Dingen für unfehlbar gegolten hatten,sich in vielem aufs schwerste geirrt hatten, daß die Wissen-schaft sich in keinem Buche fertig vorfindet, daß der ein-zige Weg zur Erkenntnis das Sehen mit eigenen Augen,das Studium der Natur selber ist. Jetzt erst erwachte derechte, wissenschaftliche Forschungseifer, und es war nichtZufall, daß unmittelbar auf die geographischen Entdek-kungen die Erkenntnis der ewigen Gesetze des Himmelsln 06 folgte. Im Todesjahr des Columbus überzeugte sich derAstronom Kopernikus, ein Bürger der damals zuPolen gehörigen Stadt Thorn in Preußen, davon, daß dieErde nicht, wie der Schein lehrt und wie auch die Ge-lehrten bisher allgemein angenommen hatten, der ruhendeMittelpunkt des Weltalls sei, sondern nur einer der umdie Sonne sich drehenden Wandelsterne. Sein ganzesLeben weihte der große Gelehrte der wissenschaftlichenBegründung seines Weltsystems. So schwere Anfeindun-gen anfänglich die Lehre des Kopernikus namentlich vonseiten der Kirche erlitt, die Wahrheit brach sich sieg-reich Bahn. Geniale Forscher bauten auf dem von Koper-nikus gelegten Grunde weiter, und man darf wohl sagen,in dem einen Iß. Jahrhundert machte die wissenschaftlicheErkenntnis mehr Fortschritte, als vorher in anderthalbJahrtausenden.

§ 38. Martin Luther.

1. J u 1 i u s II. und L e o X. — Im Anfang des lß. Jahr-hunderts strahlte das päpstliche Horn noch einmal in