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gewöhnlich residierten, mit Malereien ausschmücken.Auch legte Julius II. den Grund zu dem gewaltigsten Bau-denkmal des jetzigen Rom, der neuen Peterskirche, diefreilich erst ein Jahrhundert später vollendet wurde. Sein1513-21 Nachfolger Leo X. glänzte ebenfalls als Beschützer derKünste und Wissenschaften. In seinem Auftrag schufRafael, der „Fürst der Maler“, seine berühmtesten Werke,und zahlreiche Dichter und Gelehrte priesen in ihm einengroßmütigen Gönner. Aber gerade unter diesem Papsteentlud sich der lang angesammelte Groll der Völker gegenRom in einem Sturme, der das Papsttum zu vernichtendrohte. Die Reformation nahm ihren Anfang.
2. Luthers Thesen gegen den Ablaß (31. Ok-tober 1517). — Wie die meisten gebildeten Italiener, dachtePapst Leo X. in religiösen Dingen für seine Person sehrfrei; aber daß die Menge in dumpfem Aberglauben be-fangen sei, schien ihm ganz in der Ordnung, und er trugkein Bedenken, denselben nach Kräften auszubeuten. Erbrauchte Geld, sehr viel Geld, nicht bloß für seine Bautenund Kunstwerke, sondern für alles mögliche; denn er warein Verschwender, dem die Millionen nur so unter denFingern zerrannen. Unter dem Vorwand, der Ertrag seifür den Bau der Peterskirche bestimmt, richtete er einenförmlichen Großhandel mit Ablaß ein und ließ die Weltvon Mönchen durchziehen, welche die Vergebung derSünden in marktschreierischer Weise zu bestimmtenPreisen feilboten. Wohl lehrte die Kirche, daß die Wirk-samkeit des Ablasses die innerliche Reue und Buße desSünders zur Voraussetzung habe. Aber die Ablaßkrämerhüteten sich wohl, dies zu betonen. Der schamloseste der-selben, ein Mönch T e t z e 1, der in der Umgegend vonWittenberg in Norddeutschland sein Unwesen trieb, luddie Menge ein, für einen Viertelsgulden seine Ablaßzettelzu kaufen, durch die 'sie ihre Seele sicher ins Paradiesbeförderten. Sein Sprüchlein: „So das Geld im Kastenklingt, die Seele aus dem Fegfeuer springt“ lockte daseinfältige Volk in Masse herbei. Wohl kochte in mancher