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Brust der Ingrimm gegen den schmählichen Betrug, aberniemand schien den Mut zu haben, dagegen aufzutreten.Denn so tief die römische Kirche gesunken war, sie war'• immer noch mächtig genug, um ihre Gegner auf den
Scheiterhaufen zu bringen. Da schlug der Mönch Mar-tin Luthe r, Professor an der Hochschule zu W i 11 e n-b e r g, am Vorabend Allerheiligen 1517 an den Türen derdortigen Schloßkirche 95 Thesen (Sätze) an, worin er inkühner Sprache den Ablaßhandel angriff. Der Papst,hieß es darin, würde, so er der Ablaßkrämer Schindereiwüßte, lieber St. Peters Münster zu Asche verbrannt, alses auf solche Weise auferbaut wissen. Bald liefen die95 Sätze abgeschrieben, gedruckt und übersetzt durch dieganze Christenheit und lenkten die allgemeine Aufmerk-samkeit auf ihren mutigen Urheber.
■3. M artin Luthe r (geh. 1483). — Martin Lutherwurde 1483 zu Eisleben als Sohn eines thüringischenBergmannes geboren, der sich später zum wohlhabenden,, geachteten Bürger heraufarbeitete. Aber Luthers Kind-
heit fiel in eine Zeit, wo der Vater noch mit Not und Ar-mut zu ringen hatte und die Mutter ihr Holz auf demRücken aus dem Wahl heimtrug. Dennoch bestimmtenihn die Eltern zu Höherm und schickten ihn auf dieLateinschulen zu Magdeburg und Eisenach, wo er nachder Sitte damaliger armer Schüler sein Brot vor denTüren der Häuser singend erbettelte. Dann ging er andie Hochschule zu Erfurt, um sich nach dem Willen desVaters zum Rechtsgelehrten auszubilden. Aber der plötz-liche Tod eines Freundes und ein Blitzschlag, der ihn bei-nahe getroffen hätte, erschütterten den jungen Studentenderart, daß er das Gelübde tat, ein Mönch zu werden, undin das Augustinerkloster zu Erfurt eintrat. Und Luthernahm es ernst mit dem Mönchstum. Er betete, fastete,quälte sich ab mit Nachtwachen und Kasteiungen allerArt, und doch wurde er die peinigende Angst um seinSeelenheil nicht los, bis er Trost und inneren Frieden indem Bibelwort fand, daß der Mensch nicht durch seine
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31. Okt.1517