von B e r 1 i c h i n g e n mit der eisernen Hand, über-nahmen die Führung einzelner Bauernhaufen. Leiderblieb aber die Masse der Aufständischen der Mäßigung,welche die bessern Führer bewiesen, nicht treu. Die un-gemessensten Begehren wurden laut. Zahllose Schlösserund Klöster gingen in Flammen auf. Hier und da machtesich die Roheit der Bauern in wilden Bluttaten Luft. Amtollsten und grausamsten ließ sich der Aufstand in Sach-sen und Thüringen an, wo der Wiedertäufer T h o m a sMünzer als „Prophet“ an der Spitze stand. Dieser fa-natische Schwärmer gedachte ein „(lottesreich auf Er-den“ zu verwirklichen, in dem alle Güter gemein seinsollten, und gebot, alle Gegner desselben als Gottlose ohneErbarmen mit dem Schwert auszurotten. Und der einzige,der den Aufstand hätte in Schranken halten und einenbilligen Frieden zwischen Herren und Bauern zustandebringen können, M a r t i n Luthe r, zeigte sich nieweniger groß, als in diesem Augenblick. So kühn er dieFahne der Empörung gegen Papst und Bischöfe aufge-pflanzt hatte, so bedenklich wurde er, als sich dieselbegegen Fürsten und Adel wandte. Anfänglich hatte erdie Herren ermahnt, in einigem nachzugeben. Als aberdie Bauern sich Ausschreitungen zuschulden kommenließen, da wandte er sich mit der ganzen Heftigkeit seinesWesens gegen sie und forderte in einer Schrift „wider diemörderischen und räuberischen Bauern“ die Fürsten auf,die Empörer „totzuschlagen, zu würgen und zu stechen,wie tolle Hunde“. Sie befolgten den entsetzlichen Ratnur allzu getreu. Nachdem der erste Schrecken vorbeiwar, fingen sie an, nach Kräften zu rüsten, und ihrenReitern und Schützen vermochten die ungeübten, zucht-losen Bauernhaufen keinen ernstlichen Widerstand zuleisten. Überall wurden diese zersprengt, und die sieg-reichen Herren kühlten ihren Rachedurst an den Be-siegten in unmenschlichen Greueln. Wie wilde Tiere wur-den die Unglücklichen gehetzt, gespießt, gehängt, geblen-det, lebendig geschunden und verbrannt. Man schätzte die
l.Y