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mit seinen Gästen dem Weidwerk oblag, so ging die Hetz-jagd mitten durch des Kauers Äcker und Wiesen, unddieser durfte das Wild, das ihm die Saaten abfraß, nichtfangen bei Strafe des Augenausstechens. Dazu kamendie schweren Grundzinsen, Zehnten und Abgaben allerArt, welche die geldbedürftigen Herren stets zu erhöhensuchten. Starb der Hörige, so nahm der Herr der Witweund den Waisen die beste Kuh aus dem Stalle weg alssogenannten „Todfall“ zum Zeichen, daß eigentlich allesihm gehöre. Wohl gab es auch freie Kauern. Aber diesewaren ebenfalls durch Steuern schwer gedrückt, und täg-lich kam es vor, daß freie Landleute von Edelleuten undKlosteräbten als Hörige angesprochen wurden, ohne daßsie hei den Gerichten Schutz fanden. Wer möchte es daden Kauern verargen, wenn sie die von Luther verkündete„Freiheit des Christenmenschen“ nicht bloß in geist-lichem Sinne auffaßten! In der Kibel suchten und fandensie Gründe dafür, daß die Leibeigenschaft wider Gott seiund daß die Herren kein Hecht hätten, sie so hart zu be-schweren. Jm Sommer 1524 brach der offene Aufstandunter den Schwarzwälder Kauern aus und verbreitetesich rasch über ganz Schwaben. Kluge Führer stecktendemselben ein festes Ziel, indem sie die Verlangen derKauern in zwölf Artikel zusammenfaßten. Die Ge-meinden, hieß es da, sollten ihre Pfarrer frei wählen unddiese das Evangelium frei verkünden dürfen. Leibeigen-schaft und Todfall sollten ganz abgeschafft, Abgaben undFrondienste gemildert, Jagd und Fischfang jedermann er-laubt und die Wälder, die von den Herren den Gemeindenwider Hecht entrissen worden seien, diesen zurückgegebenwerden. Wie ein Lauffeuer gingen die zwölf Artikel vonGau zu Gau. In den Alpen, am Hliein, in Mittel- undNorddeutsehland, überall scharten sich die Kauern zu-sammen, um die Annahme derselben von den Fürsten undHerren zu ertrotzen. Anfänglich schien die Kewegungunwiderstehlich. Selbst kleinere Städte schlossen sieh ihran, und ritterliche Kriegsleute, wie der Schwabe Götz