sich ein Elender, der sich unter dem Vorgeben, er sei einflüchtiger Calvinist, in die Nähe des Prinzen schlich undihn hinterlistig ermordete. Aber trotz des Verlusts ihresgroßen Führers behaupteten die Holländer ihre Freiheit.
Ja sie fügten dem Reiche Philipps Wunden zu, von denenes sich nicht wieder erholte. I)a ihnen Lissabon, der ein-zige Hafen, wo man bisher die indischen Waren hattebeziehen können, verschlossen wurde, fuhren sie selbernach Ostindien und legten dort Niederlassungen an. 1595Es dauerte nicht lange, so -war die portugiesisch-spanischeSeeherrschaft in Indien zertrümmert und die niederlän-dische an ihre Stelle getreten. Nachdem der Freiheits-krieg gegen die vierzig Jahre gedauert hatte, mußte Phi-lipps II. Sohn und Nachfolger mit den Holländern einenWaffenstillstand schließen, in dem er ihre Unabhängig-keit anerkannte. Während Belgien mit seinen Häfen unter lt>09dem Druck des spanischen Despotismus und Glaubens-zwanges verödete, schwangen sich die freien Niederlandeim 17. Jahrhundert zum blühendsten Seestaat der Erdeempor. Ihre Flotten beherrschten die Meere; in allenErdteilen legten sie Kolonien an, und Amsterdamwurde jetzt der große Welthandelsplatz, avo die Reich-tum er des Erdballs zusammenströmten.
§ 43. Philipp II. und Elisabeth von England.
1. Heinrich VIII. u n d Maria die Blutige. —
Es kam den Holländern sehr zustatten, daß Philipp II.in seinem unersättlichen Ehrgeiz stets A r iele EntAviirfenebeneinander betrieb und dadurch seine Kräfte zer-splitterte. So plante er unter anderm auch die EroberungA 7 on England. Hier herrschte zur Zeit der ReformationHeinrich VIII., ein Aviister Despot, der sich in seinenHandlungen nur nach seinen Leidenschaften richtete. An-fänglich Avar er ein eifriger Gegner der Reformation undschrieb sogar ein Buch Avider Luther, Avas ihm von Romaus den Ehrentitel eines „Verteidigers des christlichen