gefangen. Die in gllen Listen gewandte Schottin wußtevon ihrem Gefängnis aus mit den innern und äußern Fein-den ihrer Nebenbuhlerin in Verbindung zu treten. Siezettelte eine Verschwörung nach der andern an, die je-doch alle an der Wachsamkeit Elisabeths und ihrer Mini-ster scheiterten. Als wieder einmal ein Mordplan gegenElisabeth entdeckt wurde und die Beweise für MariasMitschuld Vorlagen, verlangte die Volksstimme, daß dieUrheberin all der Unruhen endlich einmal ihren Lohnfinde. Trotz ihrer königlichen Würde wurde Maria Stuart587 vor Gericht gestellt und starb auf dem Blutgerüste, nach-dem sie schon durch achtzehnjährige Gefangenschaft ihreVerirrungen schwer gebüßt hatte.
4. Die unüberwindliche Flotte (1588). —Maria Stuart hatte zu ihrem Rächer und Erben P h i-lipp II. bestimmt. Schon seit Jahren lebte das protestan-tische England mit dem katholischen Spanien in einerArt Kriegszustand. Philipp II. hatte hei allen Verschwö-rungen gegen Elisabeth seine Hand im Spiel; diese leistetedafür den aufständischen Niederlanden allerlei Vorschub.Der kühne Franz D r a k e, der die stolze Reihe eng-lischer Seehelden eröffnet, fuhr nach Südamerika undkehrte mit einem einzigen Schiff, aber mit unermeßlicherBeute, die er durch die Jagd auf spanische Schiffe undPlünderung unbewachter spanischer Niederlassungen ge-wann, über Indien und Afrika nach Hause. Statt denWeltumsegler, den ersten seit Magalhaens, als Seeräuberzu bestrafen, wie Philipp verlangte, schlug ihn Elisabethunter dem Jubel ihres Volkes zum Ritter. Schon hattePhilipp, aufs tiefste gereizt, begonnen, Schiffe zur Er-oberung Englands zu sammeln, als die Hinrichtung MariaStuarts seinen Plan beschleunigte. Im Jahre 1588 gingzu Lissabon eine Flotte unter Segel, wie der Ozean nochkeine gesehen hatte. Philipp nannte sie selber in stolzemÜbermute „die unüberwindliche“. Sie trug ein auserlesenesHeer von 80,000 Soldaten und Matrosen an Bord, dazu170 Jesuiten und einen Großinquisitor, ln den spanischen