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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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3 . Heinrich IV. (1589 —KilO). — Die Hugenottenwaren aber trotz des furchtbaren Schlages nicht ver-nichtet. Diejenigen, die dem Gemetzel entrannen, sam-melten sich hinter den festen Wällen einiger Städte, diedem Protestantismus ergeben waren, und verteidigtensich mit Heldenmut. An H e i n r i c h von N a v a r r a.der vom Hofe entfloh und wieder seinen alten Glaubenbekannte, fanden sie ein neues, fähiges Haupt. Währenddes langwierigen Bürgerkrieges starben die Söhne Katha-rinas einer nach dem andern, ohne Leibeserben zu hinter-lassen, und Heinrich von Navarra war nun als ihr näcli-1589 ster Verwandter rechtmäßiger König. Allein die großeMasse der Franzosen wollte von einem Ketzer als Reichs-oberhaupt nichts wissen. Heinrich, der vierte franzö-sische König dieses Namens, war zwar ein trefflicher Feld-herr und erfocht über die Heere der Katholischen glän-zende Siege. Aber die festen Städte, vor allem Paris, ver-mochte er nicht zu bezwingen, zumal Philip]) II. sichauch in diesen Krieg einmischte und mit seinen Spanierndie französischen Katholiken unterstützte. Schon gingendie Führer der letztem mit dem Plane um, das Land völligan Philipp zu überliefern. Da entschloß sich Heinrich IV.,das Hindernis, das zwischen ihm und der Mehrheit seinesVolkes bestand, wegzuräumen, und trat zum Katholizis-mus über. Jetzt erlosch der Widerstand. Paris öffneteihm die Tore, und Heinrich IV. schloß das Zeitalter derReligionskriege für Frankreich, indem er seinen altenGlaubensgenossen und treuen Mitkämpfern, den Rel'or-1598 mierten, durch das sogenannte E d i k t v o n Nant e sfreie Glaubensübung und gleiches Recht mit den Katho-* liken sicherte. Hierauf wandte sich der treffliche Königmit Eifer der Aufgabe zu, die schweren Wunden, die derlange Bürgerkrieg dem Lande geschlagen, zu heilen. „Ichhoffe es noch dahin zu bringen,“ sagte er, „daß jeder Bauerum Sonntag sein Huhn im Topfe hat.“ Wenn sich diesWort auch nicht buchstäblich erfüllte, so tat Heinrich IV.doch sein möglichstes für Hebung des Ackerbaues, des