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stellen, ohne daß er einen 'Pfennig dafür auszugebeubrauche. Die ersten Kosten wollte Wallenstein tragen; im* übrigen sollte sich das Heer durch Rauh und Plünderung
der Gegenden, wo es stand, selber ernähren. Der Kaisergab seine Einwilligung. Wallensteins Werber locktenbeutegieriges Gesindel aus aller Herren Länder herbei,und in kurzer Zeit wußte er daraus eine schlagfertigeStreitmacht zu schaffen. Dem zwiefachen Heere Tillysund Wallensteins vermochten die Protestanten nichtstandzuhalten. Sie wurden geschlagen, und der Fried-länder nötigte den Dänenkönig zur Flucht auf seine In-seln. Ganz Deutschland war jetzt dem Übermut der kai-serlichen Generäle und ihrer Armeen preisgegeben, dienur noch ungeheuren Räuberbanden glichen. Die wildeSoldatenbrut wollte nicht bloß ernährt und besoldet sein;sie wollte auch im Golde schwimmen. Offiziere und Sol-daten spickten ihren Beutel mit dem Schweiß und Blutder armen Leute, denen das Hemd vom Leih weggenom-men wurde. Dazu verübten die entmenschten Banden un-sägliche Greuel. Aus purem Mutwillen zündeten sie Dörferund Städte an, mißhandelten Frauen und Jungfrauen zuTode und schnitten den Bauern Ohren, Nasen und Beineab. Auf solche Missionäre gestützt, glaubte der Kaisernun sein Bekehrungswerk vollenden zu können. Er be-it >2!) fahl den Protestanten, alle Kirchengüter, die seit der Re-formation in ihren Besitz gekommen waren, heraus-zugeben. Mitten im protestantischen Norddeutschlandsollten eine Unmasse von katholischen Erzbistümern, Bis-tümern und Klöstern hergestellt und von diesen aus dieBekehrung betrieben werden. An manchen Orten wurdeder evangelische Gottesdienst einfach unterdrückt. DieProtestanten jammerten und ließen sich alles gefallen.Einzig die Stadt Magdeburg wagte den Soldaten desKaisers zu trotzen. Ferdinand II. schien allmächtig. Schonprahlte Wallenstein, der Kaiser müsse Herr in Deutsch-land werden, wie die Könige von Spanien und Frank-reich es in ihren Reichen seien. Da wurde aber auch den