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von Soldaten, die man den Hartnäckigen ins Haus legte,die Bekehrung. Tausende, die ihren Glauben nicht ab-schwören wollten, irrten mit Weib und Kind in derFremde als Bettler umher. Ähnlich erging es den zahl-reichen Protestanten in den übrigen österreichischenLanden.
2. Wallenstein. — Die Rachgier Kaiser Ferdi-nands II. bewirkte, daß der Krieg nicht in Böhmen stehenblieb. Er erklärte seinen Gegenkönig Friedrich V. in dieAcht und beschloß, ihn seiner Kurwürde und seiner Erb-lande zu berauben. Tilly eroberte unter Beihilfe der Spa-nier die Pfalz. Auch dies wurde nun gewaltsam bekehrtrind die Kurwürde zum Lohne für die geleisteten Diensteauf Herzog Max von Bayern übertragen. Diese Siege er-mutigten den Kaiser, weiter zu gehen. Es galt, den Prote-stantismus in ganz Deutschland zu unterdrücken. Tillydrang in Norddeutschland ein und begann auchhier den Evangelischen Kirchen wegzunehmen und Klö-ster herzustellen, in denen sich die Jesuiten festsetzten.
Die bedrohten Protestanten griffen zu den Waffen undriefen den Dänenkönig Christian IV. zu Hilfe. So 1625schwoll der Krieg immer gewaltiger an. Tillys Heer schienden Gegnern nicht gewachsen, und dem Kaiser, einemsorglosen Verschwender, gebrach es an Geld zu den nöti-gen Rüstungen. Da half ihm der ehrgeizige Albrechtvon W aldstein, gewöhnlich W allenstein genannt,aus der Not. Von Geburt ein böhmischer Edelmann, wardieser frühe als Offizier in kaiserliche Dienste getreten.
Beim böhmischen Aufstand kämpfte er als Oberst einesReiterregiments gegen seine Landsleute und zeichnetesich derart aus, daß ihn der Kaiser zum Fürsten undspäter zum Herzog von Friedland erhob. Zugleicherwarb sich Wallenstein ein ungeheures Vermögen, indemer die eingezogenen Güter seiner Standesgenossen umSchleuderpreise an sich brachte und sie obendrein nochmit falschem Gelde bezahlte. Er machte nun Ferdinanddas Anerbieten, ihm eine große Armee auf die Beine zu