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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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der Leiche des Helden tobte der Kampf weiter. Zur höch-sten Wut entbrannt, rangen die Schweden mit demFeinde, bis dieser bei anbrechender Nacht das Sclilaclit-fehl räumte.

4. W a 11 e n s t e i n s Tod (1634). Die Ehre desSieges blieb den Schweden; aber er war durch den Fallihres großen Königs teuer erkauft. Gustav Adolf hinter-ließ nur eine sechsjährige Tohter, und die Männer, diefür diese die Leitung des Krieges übernahmen, konntenihn nicht ersetzen. Um so auffälliger war es, daß Wallen-stein gar nicht darauf bedacht schien, aus dem Tod seinesgewaltigen Gegners Nutzen zu ziehen. Er blieb untätigin Böhmen stehen, wohin er sich nach seiner Niederlagezurückgezogen hatte, um die Lücken seines Heeres aus-zufüllen. Statt sich mit den Feinden zu schlagen, trater m^ ihnen in Unterhandlungen. Es war ihm nämlichgar nicht mehr darum zu tun, für den Kaiser Siege zuerfechten. Sein Streben ging vielmehr darauf, für sich

'f~ selbst ein großes Fürstentum zu erwerben. Er dachte

sogar daran, sich die böhmische Krone aufs Haupt zusetzen. Aber in Wien witterte man den Verrat und be-schloß, sich des gefährlichen Feldherrn zu entledigen.Zuerst machte man ihm unter der Hand seine Oberstenabspenstig. Dann sprach der Kaiser die Entsetzung undReichsacht über ihn aus, worauf er in Eger von einigen 1634Offizieren ermordet wurde. Seine Güter wurden einge-zogen und unter die Mörder und die von ihm abgefallenenGeneräle verteilt.

5. 'Westfälischer Fried e (1648). Mittlerweileuar zwischen den deutschen Protestanten und ihrenHelfern, den Schweden, Zwietracht ausgebrochen. DerKurfürst von Sachsen fiel zuletzt offen von diesen ab und 103.')

r trat zum Kaiser über, obgleich Ferdinand II. nicht einmal

zu dem Versprechen zu bringen war, endgültig auf seineBekehrungspläne zu verzichten. Dem Beispiel Sachsensfolgten Brandenburg und die meisten deutschen Fürstennach. Aber teuer mußte das deutsche Volk diese Treu-