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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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252
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losigkeit seiner Fürsten bezahlen. Statt die Fremden zuentfernen, zog sie diese erst recht ins Land. Die Schweden,die kein Gustav Adolf mehr in Zucht hielt, hausten jetzt,in Deutschland wie in Feindesgebiet und mordeten, mar-terten, plünderten und brannten trotz den Kaiserlichen.Längst hatten auch die Franzosen, deren Politik derschlaue Kardinal Richelieu leitete, sich in den Kriegeingemischt und die Protestanten durch Geldzahlungenermutigt, weil ihnen daran gelegen war, die Habsburgernicht übermächtig werden zu lassen. Jetzt erklärten siean Österreich und Spanien offen den Krieg und rücktenebenfalls in Deutschland ein. Zahllose blutige Schlachtenwurden geliefert; aber kein Teil war stark genug, um denandern völlig zu überwinden. So verlängerte sich derKrieg ins unabsehbare, und das Elend stieg immer höher.Endlich, als das Übergewicht sich auf Seite der Schweden1W8 und Franzosen neigte, kam es 1648 zum westfälischenFrieden, der so heißt, weil er in den westfälischenStädten Münster und Osnabrück abgeschlossen wurde.Frankreich erhielt als Siegespreis das Elsa ß, soweit esÖsterreich gehört hatte, Schweden das halbe Pommernnebst der Insel Rügen und andern deutschen GebietenDie Schweiz und die Niederlande, die tatsächlichlängst vom deutschen Reiche getrennt waren, wurden alsunabhängige Staaten anerkannt. Auch erhielt jeder deut-sche Reichsfürst alle Rechte eines selbständigen Landes-herrn, sogar dasjenige, mit dem Auslande Bündnisse zuschließen, und der Kaiser verlor als Reichsoberhaupt denletzten Rest seiner Macht, ln kirchlichen Dingen wurdeder Augsburger Religionsfriede von 1555 bestätigt undden Evangelischen neuerdings gleiches Recht mit den Ka-tholiken zugestanden. Eines hatte Ferdinand TT. docherreicht: Deutschland, das vorher zu neun Zehnteln pro-testantisch gewesen, war jetzt wieder zur Hälfte katho-lisch. Dafür waren aber drei Vierteile seiner Bewohnervon der Erde verschwunden und Tausende von Ort-schaften zu Brandstätten geworden. Überall war das Land