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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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König entfernte sich aus der Hauptstadt und rief dieKatholiken und seine sonstigen Anhänger zu den Waffen.Das Parlament rüstete ebenfalls zum Kriege, und ausseiner Mitte entstand der größte Feldherr, den Englandje hervorgebracht hat, Oliver Cr o m w e 11. Bis zuseinem vierzigsten Lebens-jahre hatte Croimvell als ein-facher Gutsbesitzer auf demLande gelebt und sich durchnichts als durch seinen puri-tanischen Eifer ausgezeich-net. Ins Parlament gewählt,nahm er trotz seines bäu-rischen Aussehens als feu-riger Redner bald eine her-vorragende Stelle ein. Aberseine wahre Größe offen-barte sich erst im Bürger-krieg. In diesem stieg er vonder bescheidenen Stellung eines Eeiterhauptmanns ver-möge seiner glänzenden Begabung rasch zum eigentlichenLeiter des Parlamentsheeres empor. Er säuberte es vonden untauglichen Offizieren und Soldaten und füllte esmit Puritanern, die Avie er mit Begeisterung für ihreÜberzeugung stritten. So gelang es ihm, die Streitkräftedes Königs in zwei Schlachten zu vernichten. Karl I.

Kilo Avurde ein Gefangener des Parlaments.

3. Hinrichtung Karls I. (16411). Aber nunbrach unter den Siegern selber Zwietracht aus. Im Laufeder Zeit waren in England zahlreiche Sekten entstanden,die sich trotz grausamer Verfolgung völlig von der Lan-deskirche getrennt hatten. Aus solchen Sektierern hatteCromwell größtenteils sein Heer gebildet und er verlangtejetzt im Namen der tapfern Krieger Duldung (Toleranz)für jede christliche Gemeinde oder Sekte, daß sie nachihrem Ermessen Gott frei dienen dürfe. Allein auch unterden Puritanern Avar das Verständnis für die Glaubens-

Oliver Cromwell.