7. Aufschwung Großbritanniens im 18.Jahrhundert. — Nach Wilhelm III., einem tätigenund klugen Herrscher, trat die Gewalt des Königs immermehr gegen diejenige des Parlamentes in den Schatten.
Es wurde zwar nicht förmliches Gesetz, ah er eine nichtzu umgehende Regel, daß der König nicht nach seineneigenen Neigungen und Meinungen regieren dürfe, daß ervielmehr Männer zu Ratgebern zu berufen habe, die dasVertrauen des Parlamentes genössen, und diesen daseigentliche Regieren überlassen müsse. So war es in Tatund Wahrheit nicht mehr der König, sondern das Parla-ment, das über die Geschicke des Landes entschied. DieNachfolger Wilhelms III. auf dem Throne ragten wederdurch Geist noch durch Tugenden hervor; aber das Parla-ment gab ihnen eine Reihe ausgezeichneter Staatsmännerzur Seite. Unter diesen nahm Großbritannien, wieman das Reich seit der 1707 erfolgten völligen Verschmel- 1707zung Englands und Schottlands zu eine m Staate nannte,einen immer stolzem Aufschwung. Seit Wilhelm III. bil-dete es das feste Bollwerk gegen die Weltherrschafts-gelüste Frankreichs und entriß diesem sogar seine Be-sitzungen in Ostindien und Amerika. Im 18. Jahr- 1763hundert stand Großbritannien unbestritten als die ersteSeemacht der Welt da. Sein Kolonialreich ließ alle weithinter sich, und der Welthandel zog sich von Amsterdamnach London und Liverpool. Auch das englische Gewerbeeilte demjenigen des Festlandes voran. Die Erfindungder Dampfmaschine durch den Schotten James Watt 1765und diejenige der Spinnmaschine durch die EngländerHargreaves und A r k w r i g h t erhoben es zur weit- 1767beherrschenden Industrie. Daß aber die Briten über demJagen nach Geld und Gut auch die geistigen Güter derMenschheit nicht vergaßen, zeigt schon der Name IsaakNewtons, des größten Naturforschers der Neuzeit, der f 17das Gesetz der Schwere erkannte, das den Fall des Apfelswie den Lauf der Gestirne regelt. So vereinte Groß-britannien Freiheit im Innern und Macht nach außen,