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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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266
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Größe in Seefahrt, Handel, Gewerbe und Wissenschaftin einer Weise, wie sie bis dahin die Welt noch nie bei-sammen gesehen hatte.

§ 48. Peter der Große.

1. Rußland vor Peter dem Gro ß e n. tJnterdem Stamme der Slawen, der die Osthälfte unseres Erd-teils innehat, waren im Mittelalter zwei große Reiche ent-standen, Polen und Rußland. Die Russen hatten vonKonstantinopel her das griechisch-katholische Christen-tum empfangen, auch legte sich der Herrscher den TitelZar, d. i. Kaiser bei; aber noch im 17. Jahrhundert be-trachtete man sie als halbe Wilde, die nach ihren Sitteneher zu den Asiaten, als zu den Europäern gehörten.Kaum, daß es einem abendländischen Herrscher je ein-fiel, einen Gesandten nach Moskau zu schickem Thr Heer,dessen Kern die Kriegerkaste der Streli tzen bildete,war wohl den Asiaten furchtbar, vermochte aber gegeneuropäische Armeen nichts auszurichten. Daher standendie Meeresküsten unter fremder Herrschaft. Durch dieSelrweden war Rußland von der Ostsee, durch die Türkenvom Schwarzen Meere abgeschnitten. Der einzige See-hafen, durch den es einen kümmerlichen Verkehr mit demübrigen Europa unterhielt, war Archangel am nördlichenEismeer, wo das Eis acht Monate im Jahr jegliche Schiff-fahrt hemmte.

2. Peter der Große zivilisiert Rußland(16891725). Das war der Zustand des Reiches, als der-jenige Herrscher den Thron bestieg, dem das heutige Ruß-land seine Entstehung verdankt, Peter der Große.Dieser merkwürdige Fürst hatte eine stürmische Jugend.

1K82 Er wurde schon mit zehn Jahren als Zar gekrönt. Anseiner Stelle regierte aber seine ehrgeizige StiefschwesterSophie, die mit Hilfe der Strelitzen die Macht an sichriß. Als Peter heranwuchs, plante sie sogar seine Ermor-dung. Doch die Verschwörung mißlang, Sophie wurde in