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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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276
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besessen. So ging Friedrich ohne Gebietsverlust aus demlangen Kampfe hervor. Die glänzenden Taten aber, dieer während desselben verrichtet-, der unbeugsame Helden-mut, mit dein er sich sieben Jahre hindurch gegen eineganze Welt von Feinden verteidigt hatte, stellten seinenNamen den ersten der Geschichte gleich und sichertenseinem Staate einen unbestrittenen Platz unter den Groß-.mächten Europas.

6. Friedrichs des Gr o ßen i n nere R e g i e-rung (1740—86). — Friedrich der Große ließ es sich nun-mehr an kriegerischem Ruhme genug sein und gönnteseinen schwer mitgenommenen Landen die Ruhe, derensie zu ihrer Erholung so dringend bedurften. Auch in denGeschäften des Friedens legte er übrigens eine außer-ordentliche Tatkraft an den Tag. Er regierte ebenso selbst-herrlich oder noch selbstherrlicher, als Ludwig XIV., undverlangte für seine Anordnungen unbedingten Gehor-sam. Aber es war ihm doch ernst damit, wenn er sichnur als den ersten Diener des Staates bezeiehnete; jeder-zeit setzte er das Wohl des Ganzen über seinen persön-lichen Vorteil. Für seinen ganzen Hofhalt verbrauchteer nicht den sechsten Teil dessen, was der König vonFrankreich allein für seine Pferde ausgab, und seine Klei-dung bestand aus ein paar Uniformen, die er flicken ließ,wenn sie Risse bekamen. Durch solche Sparsamkeit ge-wann er die Mittel, eine große, schlagfertige Armee von200,000 Mann zu unterhalten, wie sie ihm für die Sicher-heit und das Ansehen des preußischen Staates notwendigerschien. Wenn er in erster Linie seine Aufmerksamkeitdem Heerwesen schenkte, so besaß er doch ein offenesAuge auch für die andern Bedürfnisse seines Volkes. Ergab große Summen aus für Hebung der Landwirtschaft,des Handels und Gewerbes, er unterstützte Kunst undWissenschaft und führte in der Erkenntnis, wie wichtigdie Volksbildung sei, den Schulzwang ein. Umge-kehrt gewährte er in religiösen Dingen die vollständigsteFreiheit und erklärte schon im Beginn seiner Regierung,