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Grund das Allerhöchste Mißfallen erregt oder auch nureinen Feind bei Hofe hatte. Noch im amerikanischenFreiheitskriege verkaufte der Landgraf von Hessen seinezum Soldatenberuf gezwungenen Landeskinder an Eng-land und führte aus den Erträgnissen dieses Menschen-^ handeis einen Hofhalt, der an Luxus mit Versailles wett-
eiferte. Selbst die besseren Fürsten opferten ohne Be-denken ihrem Ehrgeiz Gut und Blut ihrer Untertanen.Daher die beständigen Eroberungs- und Erbfolgekriege.Wie früher dem Religionshaß, so wurden jetzt der Ruhm-sucht der Fürsten zulieb Millionen von Menschen hin-gewürgt oder elend gemacht.
2. Die Standesuntersc h i e d e. — Der Unter-halt der stehenden Heere, die üppige Hofhaltung und Ver-schwendung der Fürsten, von denen die kleinsten es einemLudwig XIV. gleichtun wollten, verschlangen ungeheureSummen, die aus dem Volke herausgepreßt werden muß-ten. Die Steuerlast wurde noch drückender, weil sievorzugsweise auf den ärmern Klassen ruhte. Fast über-all genossen Adel und Geistlichkeit, wenn nicht völligeSteuerfreiheit,'so doch Befreiung von den schwer-sten Auflagen. Um so härter trafen die Abgaben dieübrigen, namentlich die Baue r n, die außerdem noch dieaus dem Mittelalter herstammenden Zehnten, Grundzinsenund Frondienste zu leisten hatten. Fast überall befandsich daher der Bauernstand in Armut und Elend. InDeutschland war noch die Hälfte, in Polen und Rußlanddie Masse der Landleute leibeigen. Besser waren die Kauf-leute und Handwerker in den Städten, die B ü r g e r, dran;aber auch diese sahen sieh auf Schritt und Tritt hinterdie Adeligen zurückgesetzt. Zu den hohen Ämtern inStaat und Kirche, zu den Offiziersstellen im Heere wardem Bürgerlichen der Weg so gut wie verschlossen. DieFürsten liebten es, nachdem sie den Adel unter ihrenWillen gebeugt, auf diesen ihre Throne zu stützen. Wasdem Talent, dem eisenien Fleiß nicht zuteil wurde, er-langte die vornehme Geburt mit spielender Leichtigkeit.