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gekommen war, hatte die Überzeugung gewonnen, daßdie Religion Gewissenssaehe jedes Einzelnen sei und daßder Staat sieh nicht darein zu mischen habe. Niemand,sagte er, sollte gezwungen werden, einer Kirche anzu-gehören oder zu ihrem Unterhalt beizutragen. Der Staatsollte keinen Gottesdienst hemmen, aber auch keinen aufKosten der andern begünstigen, sondern sie alle der frei-willigen Unterstützung ihrer Anhänger überlassen. Solehrte Roger Williams zu der Zeit, da der dreißigjährigeKrieg in Europa tobte. Den ernsten Puritanern vonMassachusetts schien es, als wolle er das Volk zur reli-giösen Gleichgültigkeit, zum Unglauben verführen, undsie verbannten ihn aus der Kolonie. Williams irrte zurWinterszeit im Urwald umher, bis er zuletzt bei einemIndianerstamme freundliche Aufnahme fand und Landabgetreten erhielt. Nun lud er seine Anhänger ein, ihm1635 zu folgen, und gründete mit ihnen die Kolonie Rliode-Lsland, ein kleines Gemeinwesen zwar, aber um derGrundsätze willen, die dort zum erstenmal verwirklichtwurden, eines der merkwürdigsten, das die Geschichtekennt. Roger Williams richtete seinen Staat als einevollkommene Demokratie ein. Die Mehrheit der Bürgerentschied über alles, nur nicht in Glaubenssachen. Dagab es keine Staats- oder Landeskirche, .lode Religions-gemeinschaft blieb sich selbst überlassen und genoß da-für der völligsten Freiheit. Anderthalb Jahrhundertespäter nahm die ganze Union diese Grundsätze des edlenPriesters an. Neben Massachusetts und Rhode-Island bil-deten sich in der Nordostecke der heutigen VereinigtenStaaten noch andere Puritanerkolonien, und alle dieseGemeinwesen unterschieden sich scharf von den euro-päischen Staaten. Klein und unbeachtet, wie sie waren,wußten sie sich königliche Freibriefe zu erwerben, dieihnen gestatteten, sich seihst zu regieren. So waren diesePuritanerkolonien tatsächlich von Anfang an Republiken,Volksstaaten. Da gab es keine erblichen Vorrechte,keinen Adel, keine regierenden Städte und untertänigen