i
— 293
Ohioflusses solche Festungen emporstiegen, ging den Eng-ländern die Geduld aus. Im Auftrag der Regierung vonVirginien rückte der junge Major Georg Washing->■ ton 1754 mit Truppen ins Oliiotal und verjagte die Fran- 1754
zosen daraus. Das war der Anfang zu einem gewaltigenKriege zwischen England und Frankreich, der dem sieben-jährigen parallel ging. In Amerika, in Ostindien, aufdem Meere wurde gekämpft und überall waren die Britensiegreich. Die Franzosen mußten diesen beim Friedens- 1763Schluß den größten Teil ihres nordamerikanischen Rei-ches, sowie ihre Besitzungen in Vorderindien überlassen.
5. Der Steuerötreit (1765—1773). — Die Ameri-kaner bedurften nun den Schutz des Mutterlandes nichtmein* so dringend wie früher. Um so herber empfandensie die Fesseln, die es ihnen angelegt hatte. Aber weitdavon entfernt, diese zu erleichtern, hegte man in Eng-land die Ansicht, die Kolonien seien viel zu unabhängig undman müsse die Zügel straffer anziehen. Unter dem Vor-wand, es sei billig, daß sie etwas zu den Kosten des zuihrem Vorteil geführten Krieges beitrügen, legte ihnendas englische Parlament eine Stempelsteuer auf, d. h. eine l<65Abgabe auf alle Verträge, Quittungen und dergleichenPapiere, die in Zukunft mit einem staatlichen Stempelversehen sein sollten. Hätte man die Amerikaner dabeium ihre Einwilligung befragt, so würden sie die Steuerschwerlich verweigert haben. Aber man wollte ihnen be-fehlen, und das war es, was die größte Aufregung unterihnen hervorrief. Sie erklärten, es sei ein altes Rechtjedes Briten, keine andern Steuern zu bezahlen, als solche,welche die Vertreter des Volkes bewilligt hätten. Im Par-lament zu London aber seien sie gar nicht vertreten, unddieses habe daher auch kein Recht, ihnen Abgaben auf-zulegen. So stark und einmütig war der Widerstand,daß die britische Regierung die Stempelsteuer zurück-zog. Aber die Freude der Amerikaner war nur kurz.
Zwei Jahre später suchte man sie durch Auflagen aufTee und andere Waren zur Anerkennung des Besteue-