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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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Freiheit erfreuten, so übte das Mutterland über sie inandern Dingen eine arge Tyrannei. Wie die übrigenMächte, huldigte auch England dem selbstsüchtigenGrundsatz, daß die Kolonien nur dazu da seien, demMutterland recht viel Gewinn an Geld und Gut einzu-bringen. Alles, was diesen Gewinn vermehrte, schien er-laubt. So erließ das englische Parlament eine Reihe vonGesetzen, die dafür sorgen sollten, daß der Verkehr mitAmerika ausschließlich den englischen Kaufleuten undFabrikanten zugute komme. Die Ansiedler durften nur inEngland kaufen und verkaufen; die einzelnen Koloniensollten nicht einmal untereinander Handel treiben dürfen.Ferner war den Ansiedlern jede Industrie, einige unent-behrliche Handwerke ausgenommen, untersagt. Sie solltenAckerbau treiben, ihre Kleider, Möbel, Geräte und Ma-schinen aber aus dem Mutterland beziehen und keinenStrumpf, keinen Hufnagel selber anfertigen. Einmal wurdeim Parlament allen Ernstes der Vorschlag gemacht, denKolonisten das Beschlagen ihrer Pferde zu verbieten undsie zu zwingen, sie zu diesem Zweck jedesmal nach Eng-land zu schicken.

4. Vertreibung der Franzosen aus Nord-amerika (17541763). Begreiflich ertrugen die Ame-rikaner diese künstlichen Hemmnisse ihres Gedeihens mitUnwillen. Aber sie brauchten den starken Arm des Mutter-landes gegen einen gefährlichen Nachbar, gegen F r a n k-reic li, dem weitaus der größte Teil des nordamerikani-schen Festlandes gehörte. Die Franzosen hatten das Ge-biet der beiden größten Ströme, des Lorenzo und Missis-sippi, in Besitz genommen und engten die britischen Ko-lonien an der Küste immer mehr ein. Ansiedler, welchedie unermeßlichen Länderstrecken wirklich bevölkerthätten, kamen zwar aus Frankreich so gut wie keine.Wohl aber erschien ein Häuflein französischer Soldatenbald da, bald dort, erbaute eine kleine Festung, pflanztedie französische Fahne auf und erklärte das Gebiet alszu Frankreich gehörig. Als auch in dem schönen Tal des