Einwendungen an die beiden Häuser zurückzuschicken.Wurde aber derselbe Beschluß noch einmal gefaßt, undzwar mit einer Mehrheit von zwei Dritteln in .jedem Haus,so mußte er ihn ausführen. Zur Ausübung der Rechts-pflege, soweit sie Sache des Bundes und nicht der Einzel-staaten war, wurden besondere Bundesgerichte ge-schaffen, an deren Spitze ein Obergerichtshof stand.
10. Washington erster Bundespriisident(1789—97). — Das ist die Verfassung der VereinigtenStaaten, eine der besten und vollkommensten, welche dieWelt je gesehen. Schon ist mehr als ein Jahrhundert ver-gangen, ohne daß die Amerikaner es für nötig gefundenhaben, sie in wesentlichen Punkten zu ändern. Und dochist die Union seitdem aus einem Bunde von lß Staatenund 3 Millionen Seelen zu einem solchen von 48 Staatenund 90 Millionen angewachsen. Heute ist der Amerikanerstolz auf seine Verfassung und gedenkt ihrer Urheber mitinnigster Verehrung. Aber diese Bewunderung wurde ihrnicht von Anfang an zuteil. Bevor sie in Kraft trat,mußte sie von den einzelnen Staaten angenommen wer-den. Es geschah dies nur allmählich, nicht ohne heftigenWiderspruch. Als sich endlich elf Staaten dafür erklärthatten, wurde zu ihrer Einführung geschritten. W a s-hington wurde einstimmig zum ersten Präsidenten der178» Union ernannt. Im März 1789 trat der neue Kongreß zu-sammen, und am 30. April legte der Präsident vor derVersammlung sein Amtsgelübde ab. Washington zeigtesich nicht weniger groß im Frieden, als im Kriege. Vonallen Parteien wie ein Vater geehrt und geliebt, wählteer aus jeder die besten Männer zu Ministern, um mit ihnenin gemeinsamer Arbeit den neugeschaffenen Freistaat ingeregelten Gang zu bringen. Er bekleidete das hohe Amtzweimal hintereinander und würde ein drittes Mal gewähltworden sein, wenn er es sich nicht verbeten hätte. Miteiner herrlichen Ansprache an sein Volk, in der er dieGrundsätze darlegte, auf denen nach seiner Ansicht dasGlück und Gedeihen der Republik beruhte, zog er sich