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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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310
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seine Entschlossenheit es endlich dahin gehracht, daß diedreigeteilten Reichsstände sich zu der einheitlichen Na-tionalversammlung verschmolzen, in der er mit den frei-sinnigen Edelleuten und Geistlichen zusammen die über-wiegende Mehrheit besaß.

2. Der Bastillensturm (14. Juli). — Allein nochgab sich die Adelspartei nicht für geschlagen. Am Hofebildete sich eine förmliche Verschwörung, und der Königließ sich zu dem Plane bereden, die Nationalversammlunggewaltsam aufzulösen. Zu diesem Zwecke wurden 30,000Soldaten, • namentlich Schweizer und andere fremde Söld-ner, denen man mehr traute, als den einheimischen, umParis und Versailles angesammelt. Umsonst verlangteMirabeau namens der Nationalversammlung die Entfer-nung dieser Truppen. Da erhielt die bedrohte Volksver-tretung Hilfe von den Pariser n. Nirgends hatte derZusammentritt der Reichsstände solchen Jubel erregt, wiein der Hauptstadt. Alle Tage versammelte sich einegroße Volksmenge in dem in der Mitte der Stadt gele-genen Garten des Palais Royal; was in Versailles vorging,wurde da aufs eifrigste besprochen. Schon war alleswegen der fremden Truppen, wegen der Gerüchte überdie geheimen Absichten des Hofes in Aufregung. Plötz-lich kam die Nachricht, Necker und die übrigen volks-freundlichen Minister seien entlassen und Anhänger desAdels an ihre Stelle getreten. Jedermann hielt das fürdie Einleitung zu dem Gewaltstreich gegen die National-versammlung. Ein junger Mensch, Camille Desmo u-lins, erhob im Palais Royal den Ruf: „Zu den Waffen!“und bald tobte der Aufruhr durch ganz Paris. Die Truppenzeigten sich schwankend und gingen zum Teil offen zumVolke über, so daß die Befehlshaber es vorzogen, dieHauptstadt sich selbst zu überlassen. Die Wut der Mengerichtete sich vornehmlich gegen die berüchtigte B a-stille, die düstere Zwingburg von Paris, die mit ihren14. Juli Türmen und Kanonen weite Teile der Stadt bedrohte.

1789 Am 14. Juli wurde diese angegriffen, und nach einem mör-