Verbündeten den ersten Pariser Frieden, durchwelchen Frankreich auf seine Grenzen von 1792 be-schränkt, im übrigen aber sehr schonend, keineswegswie ein erobertes Land behandelt wurde.
10. Der Wieuerkougreß (1814/15). — Im Herbst1814 reisten die Fürsten und Staatsmänner fast aller Län-der Europas zu einem K o n g r e ß nach W i e n, um hierin gemeinsamer Beratung die durch Napoleon so gewalt-
1814 sam veränderten Gebietsverhältnisse des Erdteils neu zu
regeln. Das entscheidende Wort führten in der glänzen-den Versammlung die Vertreter der fünf Staaten, diesich gegenseitig ausschließlich als Großmächte an-erkannten: Rußland, Österreich, England.
Preußen und Frankreich, ln einer Reihe von öf-fentlichen Kundgebungen hatten die verbündeten Monar-chen den Krieg gegen Napoleon als einen „heiligen Kampffür die Rechte, die Freiheit und Unabhängigkeit derNationen“ dargestellt. Das hinderte sie aber nicht, mitden Völkern fast ebenso willkürlich zu schalten, wiejener. Im allgemeinen nahm der Kongreß die „R e s t a u-r a t i o n“ (Wiederherstellung) der alten europäischenStaaten, wie sie vor der Revolution bestanden hatten, mitden „rechtmäßigen“ Regierungen als Grundsatz an. Dochwurden davon zugunsten der vier siegreichen Großmächte,die für ihre kriegerischen Anstrengungen entschädigt seinwollten, und ihrer Schützlinge manche Ausnahmen ge-macht. So verlangte Alexander von Rußl a n d zu dem,was er schon von Polen besaß, auch noch den AnteilPreußens und dieses dafür das ganze Königreich Sachsen,da dies am längsten zu Napoleon gehalten hatte. Weil dieübrigen Mächte eine solche Vergrößerung der beiden nichtzugeben wollten, stand schon der Krieg vor der Türe, alsdas Wieder erscheinen des gefürchteten Korsen in Frank-
1815 reich den Kongreß zu rascher Einigung nötigte. Alexan-der erhielt Polen (ohne Posen und Galizien) als ein beson-deres Königreich, Preuße n die Hälfte Sachsensnebst Posen und ausgedehnten Gebieten am Rhein.