Ö s t e r r e i c li bekam außer der Lombardei das Ge-biet der Republik Venedig, an deren .Herstellung sowenig gedacht wurde, als an diejenige Polens. Auch dasalte deutsche Reich konnte nicht wieder ins Leben ge-rufen werden, da keine von den beiden deutschen Groß-mächten sich der andern unterordnen wollte. An seineiS teile trat der deutsche Bund, eine lose Verbindungvon 35 Monarchien und vier freien Städten. Englandließ sich Malta abtreten und sicherte dadurch seineHerrschaft auf dem Mittelmeere. Gleichsam als Boll-werke gegen Frankreich wurde Holland mit Bel-gien zu einem Königreich unter dem Haus Oranien ver-einigt und das Königreich Sardinien durch die Ein-verleibung der ehemaligen Republik Genua verstärkt.Die S c h av e i z, die einzige Republik, die vor den \ r er-sammelten Monarchen Gnade fand, erhielt mit Ausnahmedes Veitlins ihr früheres Gebiet nebst einigen Abrundun-gen und der Zusicherung eAviger Neutralität wieder. VonDänemark wurde Norwegen abgetrennt und mitSchweden verbunden, weil jenes zu Frankreich, diesesdagegen zu den Verbündeten gehalten hatte. Ein hohesVerdienst erwarb sieb der Wiener Kongreß, indem er aufBetreiben Englands den Sklavenhandel verbotund dieses mit seiner Verhinderung beauftragte.
11. Schlacht bei Waterloo (18. Juni 1815). —Willig hatte sich das durch die napoleonischen Kriege ab-gemattete französische Volk die Thronbesteigung Lud-wigs XVIII. gefallen lassen. Der König versprach Ver-geben imd Vergessen alles Geschehenen und „schenkte“dem Lande eine Verfassung, welche die Macht desThrones durch ein aus zwei Kammern bestehendesParlament beschränkte und die wichtigsten Errungen-schaften der Revolution geAvährleistete. Aber nur zu baldzeigte es sich, daß die Bourbonen „nichts gelernt undnichts vergessen hatten“. Sie gaben sich ganz dem Ein-flüsse des katholischen Klerus und der zuriiekgekehrtenJunker hin, die ihre Verfolgungssucht und Rachgier nur