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schien, alles freiheitliche und nationale Streben mit bos-hafter Schadenfreude zu verfolgen.
8. Staatsstreich Louis Napoleons (2. De-zember 1851). Zweites französisches Kaiser-reich (1852). — Auch in Frankreich hatte inzwischendie Freiheitsbewegung in ihr Gegenteil umgeschlagen. Alsdie eigentlichen Sieger in der Februarrevolution betrach-teten sich die Sozialisten, welche nun die „sozialeRepublik“ verwirklichen wollten. Darüber, wie diese ein-zurichten sei, herrschte freilich nicht die mindeste Klar-heit, und das Land im ganzen und großen wollte nichtsdavon wissen. Als eine von allen Franzosen nach a 11-gemeinem Stimmrecht gewählte National-versammlung zusammentrat, um der Republik eineVerfassung zu geben, zeigte es sich sofort, daß diese Ver-sammlung in ihrer großen Mehrheit republikanisch, abernicht sozialistisch gesinnt war. Um den Tausenden, diedurch die Wirren der Revolution plötzlich brotlos gewor-den waren, während der ersten Zeit Unterhalt zu ver-schaffen, hatte die provisorische Regierung sogenannte„Nationalwerkstätten“ errichtet. Die Insassen derselbenwaren von 25,000 nach und nach auf 120,000 angeschwollenund kosteten den Staat wöchentlich Millionen, ohne ir-gend etwas Nützliches hervorzubringen, während diePrivatwerkstätten aus Mangel an Arbeitskräften leerstanden. Die Nationalversammlung wollte daher dieseNationalwerkstätten schließen. Aber auf die erste Maß-regel, die darauf abzielte, griffen die Sozialisten zu denWaffen und errichteten Barrikaden. Alle Versöhnungs-versuche blieben fruchtlos. Die Nationalversammlungbekleidete den General Cavaignac, einen aufrichtigen,aber ordnungsliebenden Republikaner, mit diktatorischerGewalt, und in viertägiger Straßenschlacht schmetterte Juni 1848dieser den Aufstand nieder. Von diesem Augenblick ansehnten sich alle diejenigen, die etwas besaßen, nament-lich das Landvolk, nach der Monarchie zurück, in dersie einzig dauernden Schutz vor dem Gespenst einer so-