Werke vorzubereiten, zu dem es nach seiner und alleritalienischen Patrioten Ansicht berufen war. Aber erhatte die Überzeugung, daß Sardinien allein zu schwachsei, um die Halbinsel von der eisernen Umarmung Öster-reichs zu befreien. Daher suchte er die Gunst Frank-reichs und Englands zu gewinnen, indem er den
1855 beiden Mächten im Krimkriege gegen Rußland (sieheunten) Hilfe leistete. In der Tat gelang es ihm hierauf,Napoleon III. zu einem Bündnisse zu bewegen, dessenZweck die gänzliche Vertreibung der Österreicher ausItalien sein sollte. Der Krieg brach 1859 aus, und die
1859 Österreicher erlitten bei Magenta und Sol I' e r i n ogroße Niederlagen. Allein die drohende Haltung Preu-ßens bewog den Franzosenkaiser, zu Z ii r i c li einen Frie-den zu schließen, kraft dessen Österreich bloß die Lom-bardei preisgab, dagegen Venetien behielt. Währenddes Krieges hatten sich auch die italienischen Patriotenin Modena, Parma, Toskana und einem Teil desKirchenstaates erhoben und in unblutigen Revo-lutionen die fremden Fürstenhäuser und päpstlichen Be-
1860 amten vertrieben. Dann wurden Volksabstimmungen ver-anstaltet, die alle zugunsten des Anschlusses an Sardinienausfielen. Mit verhaltener Wut mußte sich der WienerHof die Einverleibung Mittelitaliens in Sardinien gefallenlassen, da Napoleon III. erklärte, er werde keine bewaff-nete Einmischung in der Halbinsel dulden. Freilichmußte Viktor Emanuel -für diesen Liebesdienst S a •voyen, das Stammland seines Hauses, sowie Nizzaan Frankreich abtreten.
2. Garibaldi in Sizilien und Neapel (1860/61). Rom Hauptstadt (1870). — Die Nordhälfte Ita-liens war jetzt dem unter Zepter Viktor Emanuels ge-einigt; aber noch war die andere Hälfte im Besitz desPapstes und des Königs von Neapel, die jenem tod-feind waren und mit dem Wiener Hof allerlei Ränkegegen Sardinien spannen. Der Papst wurde im Resteseines Staates durch Napoleon TU. geschützt, und auch