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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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Garibaldis, ihn mit Freischaren zu stürzen, durch einefranzösische Besatzung geschützt. Als diese aber 1870beim Ausbruch des deutsch-französischen Krieges zurVerteidigung des eigenen Landes abgerufen wurde, da20. Sept. nahmen die Truppen Viktor Emanuels R o in fast ohneSchwertstreich in Besitz und durch allgemeine Abstim-mung sprach sich die Bevölkerung des Kirchenstaatesfür den Anschluß an das Königreich Italien aus, das da-mit seinem alten Mittelpunkt wieder gefunden hatte.

§ 61. Die Einigung Deutschlands und die Gründungder französischen Republik.

1. Wilhelm I. und Bismar c k. Der schles-Avig -holsteinische Krieg (1864). Der EinigungItaliens folgte diejenige Deutschlands auf dem Fußenach. Die schnöde Mißachtung, mit der Friedrich Wil-helm IV. die ihm von den Vertretern des deutschen Volkesangebotene Kaiserkrone zurückgewiesen, und der Klein-mut, mit dem er seine eigenen Entwürfe A r or den Drohun-gen Österreichs hatte fallen lassen, hatten das AnsehenPreußens sclnver geschädigt. Es Avar sozusagen zuseit 1861 einer Macht zAveiten Banges herabgesunken. König Wil-helm I., der Nachfolger Friedrich Wilhelms IV., ertrugdies nicht länger. Um Preußen die Stellung einer Groß-macht zu wahren, steigerte er die Wehrkraft des Landesaufs höchste, indem er die allgemeine Wehrpflicht strengdurchführte, von jedem militärtauglichen Untertan eineununterbrochene dreijährige Dienstzeit A T erlangte und dasHeerAvesen gründlich umgestaltete. Sein großer Staats-seit 1862 mann, Otto von Bismarck (preußischer Minister-präsident seit 1862), verfolgte seitdem immer offener dasZiel, Deutschland vom österreichischen Einfluß zu be-freien und es unter Preußens Führung zu einigen. Baldbot sich ihm der geAVÜnschte Anlaß dar. D ä n e m a r ksuchte die Herzogtümer Schleswig-Holstein, diemit ihm nur die Person des Fürsten gemein und größten-

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