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Auszug aus der alten, mittleren und neueren Geschichte / von Dr. Karl Ploetz, ehem. Professor am Franz. Gymnasium in Berlin
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Völkerwanderung, Frankenreich. 173

Donau) das Reich der Gepiden (566) und vermählt sich mit Rosa-munde, der Tochter des Gepidenkönigs. Er erobert dann mitseinen Langobarden, mit Sachsen und Slaven Italien bis zumTiber. Hauptstadt des Langobardenreiches PavTa. Die Lango-barden erobern fast das ganze Exarchat der Byzantiner, denennur Venedig, Ravenna, Neapel und Kalabrien (s. S. 78, Anm.)*bleiben.' Rom (dueatus Romae) allmählich unabhängig.

Nachdem Alboin von Rosamunde ermordet worden (573), derSage nach, weil er sie bei einem Gelage zwingen wollte aus derHirnschale ihres Vaters’ zu* trinken, dehnt sein Nachfolger Klephdie Eroberungen bis nach Unter - Italien aus, wo ein fast selb-ständiges langobardisches Herzogtum. Benevent entsteht. Nach,einem zehnjährigen Interregnum wird sein Sohn Authari alsKönig anerkannt (584)’. Durch dessen Gemahlin Theodelinde,Tochter des Bayemherzogs Garibald, beginnt die Bekehrung derLangobarden zum Katholizismus.

585. Suevenreich in Spanien vereinigt mit dem der West-goten, welche, wie alle früher dem Arianismus zu-gethanen Germanen, sich zur römisch-katholischenKirche bekehren.

590—-.604. Gregor I. (der Grofse), Bischof von Rom. Anfänge desPapsttums. (Papa, Ilanna;, d. h. Vater, früher derName jedes christlichen Bischofs, bald dem Nach-folger Petri ausschliefslich beigelegt.) — Sendung von Glaubens-boten zu den Angelsachsen nach England (597), der Abt Augustinusbegründet das Erzbistum Ganterbury. — Ausbreitung der Klöster(Mönchsregel des h. Benedict, der 529 das Mutterkloster MonteCassino gründet). Nach dem Untergange des weströmischenReiches ist die römische Kirche von gröfster Bedeutung für dieErhaltung und Fortbildung der aus dem Altertum überliefertenKultur.

§ 2. FRANKENREICH UNTER DEN MEROWINGERN.

511. Nach Chlodwigs Tode erste (aber nicht streng territoriale)Teilung des Frankenreiches unter seine vier Söhne,welche in vier getrennten Hoflagern (Metz, Orleans,Paris, SmssonS) das Reich beherrschen.

530—532. Das Reich der Thüringer wird von dem ältesten derBrüder, das der Burgunder von den jüngeren erobert.

Der nördliche Teil Thüringens .(südlich bis zur Unstrut) fälltan die Sachsen, die Bundesgenossen der Franken in dem Kriege.Der südliche Teil (bis zur Donau) wird fränkisch, doch bekommtin der Folge nur das südlich vom Thüringer Wald gelegene Landden Namen Franken, während dem Lande zwischen Unstrut, Thü-ringer Wald und Saale auch ferner der Name Thüringen verbleibt.