Italien und Deutschland, Heinrich I. 183
Im J. 908 durchziehen sie Bayern, Franken und dringen inThüringen und Sachsen ein; König Ludwig, in der Nähe desLech geschlagen (910), mufs ihnen Tribut zahlen. Innere Fehden;Adalbert von Babenberg gegen Bischof Rudolf von Würzburg,aus dem Geschlecht des hessischen Konrad; Sieg der Konradiner,Adalbert vor seiner Burg hingerichtet. Schwäche des jungenKönigs, das Reich scheint sich in die Herzogtümer Sachsen,Franken, Bayern, Schwaben, Lothringen auflösen zu wollen. NachLudwigs Tode lehnt der greise Otto der Erlauchte, Herzog vonSachsen, die Königskrone ah und lenkt die Wahlder Grofsen auf
911 —918. Konrad I. von Franken.
Einfälle der Dänen, Slaven und Magyaren. Konradkämpft gegen die Westfranken und im Innern (ver-geblich) um die Anerkennung der Königsgewalt,namentlich gegen Heinrich, Ottos des ErlauchtenSohn, seit 912 Herzog von Sachsen. Lothringen(aufser dem Elsafs) wird an die Westfranken ver-loren.
919—1024. Könige und Kaiser des sächsischen Hauses.
Auf Wunsch des sterbenden Konrad und auf Be-treiben Eberhards, seines Bruders, wird in Fritzlaran der Eder von den Franken und Sachsen erwählt
919—936. Heinrich I., der Gründer des deutschen Reiches.
Heinrich zwingt Burkhard, Herzog von Alemannien(Schwaben), und Arnulf, Herzog von Bayern, zurAnerkennung seiner Oberhoheit.
924. Neuer Einfall der Magyaren (Ungarn). Heinrich schliefst
mit ihnen einen 9jährigen Waffenstillstand, welchergegen Tribut Sachsen und Thüringen sicher stellt.
925. Heinrich bringt Lothringen wieder zum Reiche, Herzog
Giselbert wird sein Schwiegersohn.
Erweiterung und bessere Befestigung alter (Merseburg), Er-bauung netter Burgen (Quedlinburg, Goslar), aus denen späterStädte werden (nicht eine grofsartige Städtegründung durchHeinrich selbst). Gewöhnung der Sachsen an städtisches Lebenund an Reiterdienst im Kriege.
Glückliche Kämpfe gegen die Wenden; Brennaburg dieStadt der He veiler, 928 erobert; im Lande der Dalemincier dieFeste Meifsen gegründet. Während Heinrich durch einen Zugnach Prag den bereits christlichen Herzog von Böhmen zur Hul-digung nötigt, Aufstand der nördlichen Wenden; sie werden vonden sächsischen Grafen Bernhard und Thietmar bei Letizen 929geschlagen.